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11. Abraham allein ist nus ein Zcngc statt vielerTausend, wenn es auf seinen Glauben ankömmt, der uu6zum Muster aufgestellt wird, dessen Saame wir auch seynmüssen, um Gottes Kinder zu seyn. Was wäre ungereim-ter, als Abraham den Vater aller Gläubigen zu nennen,und ihm selbst den untersten Platz unter diesen zu verwei-gern? Ihn könnten wir nicht aus ihrer Zahl, oder viel-mehr von der hohen Ehrcnstnfe ausschließen, ohne die ganzeKirche zu erschüttern. Und welches sind seine Lcbcnsschick-sale? Es ergeht an ihn der Ruf Gottes H, aus seinemBatcrlande, aus seiner Eltern Hause und von seinen Freun-den, was dem Menschen das Köstlichste im Leben dünkt, zuscheiden, als wollte der Herr ihn aller Lebensfreuden be-rauben. Kaum ist er in das Land gekommen, das Gottihn zum Wohnsitze bestimmt hatte, so treibt ihn schon wie-der Hungersnoth aus demselben. Er zieht in ein fremdesLand, wo er seine Gattin der Gefahr Preis geben muß,um sich zu retten; und das war wohl bitterer, als viel-facher Tod. Er kehrt zurück in das Land der Verheißung,aber muß abermals entweichen. Bei Abimelech^) kommter wiederum in die Gefahr, sein Leben mit dem Verlustseines Weibes zn lösen. Da er nun viele Jahre, ohne einebleibende Stätte zu haben, im Lande hin und her zieht ^),zwingt ihn der unaufhörliche Streit zwischen seinen undLots Hirten, sich von dem Neffen zu trennen, den er wiesein eigenes Kind liebte. Gewiß ein Schmerz für ihn, wiewenn er sich ein Glied seines Leibes hätte müssen ablösenlassen. Bald darauf vernimmt er, daß Lot von Feindengefangen genommen und weggeführt sey. Allenthalben wi-derfährt ihm Unrecht von grausamen und rohen NachbavnH,welche ihm sogar das Wasser der Brunnen verweigern, dieer mühsam hatte graben lassen. Denn er würde sie sich vondem Könige zn Gerar nicht erkauft haben, wenn sie ihm
1) 1 Mos. c. 12. 2) 1 Mos. c. 20. 3) 1 Mos. c. 13 und 14.
4) 1 Mos. 21, 22. -c.