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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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früher nicht streitig gemacht waren. Schon hat er ein ho-hes Alter erreicht, und fürchtet, was das traurigste fürein solches Alter ist, ohne Kinder aus der Welt zu gehen;da wird ihm Jsmael wider Erwarten geboren. ^) Aber dießverursacht ihm neuen Kummer, weil Sara ihn mit Vor-würfen überhäuft, als ob er den Uebermuth und Trotz ih-rer Magd durch seine Gütigkeit veranlasse, und den Haus-frieden störe. Endlich wird ihm Jsaak geboren, dem aberder erstgeborne Jsmael weichen muß, und feindselig aus demHause verstoßen wird. Nun ist Jsaak allein ihm übrig, desfrommeu Mannes Freude in seinen alten Tagen; da befiehltGott, denselben zu opfern. Läßt sich etwas Schrecklicheresdenken, als daß der Vater seinen eigenen Sohn schlachtensoll? Wenn er ihn durch eine Krankheit verloren hätte,würde man ihn nicht für einen höchst unglücklichen Greishalten, dem nur zum Spott ein Sohn gegeben sey, um ihmden Schmerz der Kinderlosigkeit doppelt fühlbar zu machen?Wäre er durch die ruchlose Hand eines Menschen gefallen,so würde diese Frevclthat den Kummer vervielfältigt ha-ben. Daß aber der Vater mit eigener Hand den Sohn tod-ten soll, übersteigt alle Beispiele von Elend und Jammer.So war Abrahams ganzer Lebenslauf voll Unruhe und An-fechtung, und wer ein trübseliges Daseyn mahlen wollte,könnte kein passenderes Bild finden. Entgegne Niemand,daß er nicht so unglücklich gewesen sey, weil er so vielenund großen Gefahren endlich glücklich entrann: denn wahr-lich derjenige kann nicht glückselig gepriesen werden, dersein Lebenlang durch namenlose Kämpfe sich durchwindenmuß, sondern nur wer ohne bittere Erfahrungen, das ge-genwärtige Gute ruhig genießt.

12. Jsaak hat zwar geringere Anfechtungen, aber auchwenig Freuden.-) Auch ihn treffen Leiden, bei denen derMensch hieniedcn nicht glücklich seyn kann. Eine großeThcurnng treibt ihn aus dem Lande Kanaan. Sein

t) 1 Mos. e. t5>. IS. 2t. 22. 2) 1 Mos. e. 26 und 27.