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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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cr seine Warnung anf folgende Weise: wir dürfen kcincS-weges uns einbilden, daß gewisse Vorrechte uns vor dergöttlichen Strafe sicher stellen, welche jene erfuhren, ob siegleich der Herr nicht nur durch eben so große Wohlthatenausgezeichnet, sondern auch durch gleiche Bundeszeichen ih-nen seine Gnade versiegelt hatte. Der Apostel will nämlichsagen: glaubt ihr sicher vor Strafen zu seyn, weil die Taufe,womit ihr versiegelt seyd, und das Abendmahl, welches ihrtäglich empfanget, die herrlichsten Verheißungen enthalten,verachtet aber dabei die Güte Gottes durch ein wildes, aus-schweifendes Leben; so wisset, daß auch die Juden solcheheilige Vundeszeichen hatten, und dennoch dem ernsten Straf-gerichte des Herrn Preis gegeben wurden. Sie sind getauftbei ihrem Durchgänge durch das Meer und mit der Wolke,die sie vor der Sonnenhitze schützte. Diese Durchführungdnrch das Meer halt man aber für eine fleischliche Taufe,welche mit unserer geistigen wenig Aehnlichkcit habe. Indiesem Falle würde jedoch der Beweis des Apostels hinken,der hier den Christen das Vorurthcil nehmen will, als gäbedie Taufe ihnen einen Vorzug vor den Juden. Jenen Ein-warf läßt auch das Nachfolgende nicht zu:sie habenmit uns einerlci geistigc Spcisc gegesscn und ei-nerlei geistigen Trank getrunken;" worunter derApostel Christum versteht.

6. Um diesen Paulinischcn Ausspruch zu entkräften, be-ziehet man sich auf Christi WorteI:Eure Vater ha-ben Manna gegessen in der Wüste, und sind ge-storben. Wer mein Fleisch isset, der wird leb e nin Ewigkeit." Beides laßt sich ohne Mühe mit einandervereinigen. Weil der Herr zu Menschen redete, die nurnach der leiblichen, aber nicht nach der geistigen Speise ver-langten: so paßte er seine Nede ihrer Denkungsart an, undverglich, um ihnen faßlich zu werden, das Manna mit sei-nem Leibe. Sie forderten nämlich zur Bestätigung seiner

t) Loh. s, 4953.