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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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4. Auf dieselbe Weise folgt nun, daß der alte Bunddurch Gottes Barmherzigkeit geschlossen und durch die Ver-mittlung Christi bekräftigt worden ist. Denn die Predigtdes Evangeliums verkündigt theils nichts anders, als daßdie Sünder ohne ihr Verdienst, allein durch die väterlicheHuld Gottes gerechtfertigt werden; theils ist sie in Christovollendet. Wer mag also die Juden von Christo ausschlies-scn, da wir wissen, daß mit ihnen der Bund des Evange-liums geschlossen sey, dessen einiger Grund Christus ist?Wer ihnen die Wohlthat des Gnadcnheils entziehen, da ih-nen die Lehre von der Gerechtigkeit des Glaubens mitge-theilt worden? Aber um nicht lange über eine klare Sachezu streiten, erinnere ich an den merkwürdigen Ausspruchdes Herrn:Abraham ward froh, daß er meinenTag sehen sollte; er sahe ihn, und freute sich."Und was Christus hier von Abraham bezeugt, schreibt derApostel überhaupt dem gläubigen Volke zu, wenn er sagtJ:Christus gestern und heute, und derselbe inEwigkei t." Denn nicht von seiner ewigen Gottheit ist indiesen Worten die Rede, sondern von seiner Gnade, welchezn aller Zeit den Gläubigen zugänglich war. Weßhalb auchdie heilige Jungfrau und Zacharias in ihren Preisgesängen')bekennen, daß das in Christo geoffenbarte Heil die Erfüllungder Verheißungen sey, welche der Herr ehemals dem Abra-ham und den Erzvätern gegeben. Wenn der Herr aber durchdie Sendung seines Gesalbten seinen alten Eid erfüllte, sokann auch nicht gesagt werden, daß Christus und das ewigeLeben nicht allezeit der Zielpunkt gewesen seyen.

5. Der Apostel setzt sogar die Jsraelitcn uns gleich,nicht nur in Hinsicht des Bundes, sondern auch wegen glei-cher Bedeutung der Sakramente. Denn um die CorintherPdurch Hinweisung auf die Strafen, mit welchen die Jsrae-liten vordem nach dem Zeugnisse der Schrift heimgesuchtwurden, von ähnlichen Uebelthaten abzuschrecken, beginnet

t) Hebr. 13, 8. 2) Luc. t, 54. SZ. 72-c. 3) t Cor. tl, tlt.