Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
461
Einzelbild herunterladen
 

461

dem Evangelio glaubtet, so seyd ihr versiegeltworden durch den h. Geist der Verheißung, wel-cher das Pfand unseres Erbes ist bis zur völli-ge n B e fr c i u n g seines Eigenthum s." Ferner sagter I:ich habe gehört von eurem Gla u b e n a nChristum Jesum und von der Liebe zu den Heili-gen; um der .Hoffnung willen, die euch im Him-mel bestimmt ist, und von der ihr zuvor gehörthabt durch die wahrhaftige Predigt des Evan-geliums." Desgleichen P:Er hat uns berufendurch das Evangelium zur Theilnahme an derHerrlichkeit unseres Herrn Jesu Christi." Dar-um nennt er es auch das Wort des Heils, die KraftGottes zur Beselig ung derGläubigen und dasHimmelreich." Wenn also die Lehre des Evangeliumsdurchaus geistig ist, und den Zugang zu dem unvergängli-chen Leben eröffnet: so dürfen wir nicht glauben, daß die-jenigen, denen es verheißen und verkündigt wurde, dieSorge für ihre Seele vetnachlaßigtcn und wie das Vieh indumpfsinnigem Trachten nach den Lüsten des Fleisches dahin-lebten. Auch wende Niemand hier ein, daß die in demGesetz und den Propheten über das Evangelium enthaltenenVerheißungen, auf ein neues Volk sich beziehen. )e,>n kurzdarauf, nachdem er von der Verheißung des Evan a imGesetze gesprochen P, fügt er hinzu :alles, was im Gc,^ent-halten sey, gelte offenbar nur für diejenigen, die unter demGesetze sind." Bei der andern Beweisstelle gebe ich es zu;aber der Apostel war nicht so vergeßlich, daß er, da eralles, was das Gesetz ausspricht, auf die Juden bezog,nicht sollte bedacht haben, was er wenigcVerse zuvor gesagthatte: das Evangelium sey im Gesetze verheißen. Der Apo-stel erweiset also ganz klar, daß das A. T. vorzüglich aufdas zukünftige Leben hinweise, indem er sagt, daß es dieVerheißungen des Evangeliums enthalte.

1) Ccl. 1, 4. S. 2) 2 Thess. 2, 14. 3) Röm. Z, 13.