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Gesetz die Rede ist, dem Lohn verheißen wird. Mit Rechtsetzt also der Apostel die Gerechtigkeit des Gesetzes und desEvangeliums einander entgegen. Aber das Evangelium tratnicht darum an die Stelle des Gesetzes, um. einen ganzandern Weg des Heils zu eröffnen, sondern vielmehr umdie Verheißungen desselben zu bekräftigen, und Schatten undLeib zu verbinden. Denn wenn Christus sagt, daß das Ge-setz und die Propheten bis auf Johannes galten: so giebter die Vater nicht dem Fluche Preis, dem doch die Knechtedes Gesetzes nicht entgehen können, sondern meint nur, daßsie, als in den Anfangsgründcn unterwiesen, der Erhaben-heit evangelischer Lehren ferne gestanden hatten. Darumnennt der Apostel I das Evangelium „eine Kraft Gotteszur Bescliguug für jeden Glaubenden," sagt aber auchdaß Gesetz und Propheten davon gezeugt haben. Und ob ergleich, gegen Ende desselben Briefs ^), die Predigt von JesuChristo für eine Offenbarung des Geheimnisses erklart, dasvon Anbeginn an der Welt verborgen war: so bestimmt erdoch diese Behauptung durch folgenden Zusatz naher: „essey kund geworden vermittelst der prophetischen Schriften."Daraus erhellet, daß, wenn von dem gcsammten Gesetze dieRede ist, das Evangelium sich von demselben nur durchseine lichtvolle Offenbarung'unterscheidet; jedoch der über-schwenglichen Gnade wegen, die uns in Christo erschienen,sagt man mit Recht, daß mit ihm das himmlische ReichGottes auf die Erde hernieder gekommen sey.
5. Zwischen dem Gesetz und Evangelio steht Johannesin der Mitte, dessen Amt an beide näher angränzt. Zwarenthüllte er das ganze Geheimniß des Evangeliums, indemer Christum „Gottes Lamm uud das Opfer zur Versöhnungder Sünden" nannte; aber Christus hält ihn den Apostelnnicht gleich, weil er die unendliche Herrlichkeit, die erstdurch die Auferstehung sichtbar wurde, nicht verkündigte.Das beweisen die Worte -I „unter allen vom'Weibe gebo-renen behaupte Johannes die höchste Würde; aber der
l) Röm. 1, IS. 2) Röm. 3,21. 3) Röm. 16, 2S. 26. 4)Matth.11,11.