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Fleisch unsere Seligkeit vollkommen begründete, so wurdedie Mittheilung dieser Gnadengütcr mit Recht eine neueOffenbarung genannt. In solcher Beziehung spricht auchChristus d: „von unn an werdet ihr den Himmeloffen sehen, und die Engel Gottes hinauf undherabfahren auf des Menschen Sohn." Mag esauch eine Anspielung auf die Leiter seyn, die dem ErzvaterJakob im Traume erschien: so setzt Christus doch offenbarden preiswürdigcn Zweck seiner Ankunft darin, daß er unsden Himmel geöffnet habe und uns der Zugang zu dem Va,ter offen stehe.
Z. Man muß sich jedoch vor dem teuflischen Wahne desScrvetns hüten, der unter dem Vorgeben, daß er dieGnade Christi erheben wolle, alle Verheißungen aufhebt,als wenn sie zugleich mit dem Gesetze ihr Ende erreicht hät-ten. Er behauptet nämlich, daß durch den Glauben an dasEvangelium alle Verheißungen an uns in Erfüllung gehen.Gleich als wenn zwischen uns und Christus kein Unterschiedwäre. Freilich habe ich gesagt, daß wir in Christo alles reichlichfinden, was zu unserer Seligkeit gehört; aber mit Unrechtschließt man daraus, daß wir schon im vollen Besitze derdurch ihn erworbenen Wohlthaten sind, und daß folglich derAusspruch des Apostels ungültig sey'): „wir sind hieniedennur in der Hoffnung selig." Durch den Glauben an Chri-stus gehen wir zwar aus dem Tode ins Leben; aber wirdürfen dabei die Worte des Johannes nicht übersehend:„daß, obwohl wir wissen, daß w ir Go ttes Kin dersend, doch noch nicht erschienen ist, was wir seynwerden, bis wir ihm gleich seyn werden, wo wirerst ihn sehen werden wie er ist." Obgleich alsoChristus uns im Evangelio die Fülle seiner geistigen Gabenhier anbietet, so ruhet doch der Genuß derselben immernoch in dem Schooßc der Hoffnung, bis wir, des vcrwes-lichen Fleisches entkleidet, zur Herrlichkeit Dessen verklärt
t) Joh. 1, St. 2) Nim. Z, 24. Z) 1 Joh. 5, 2.