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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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auch nicht zu befolgen frei gelassen wäre. Als nothwendigaber verweisen sie die Beobachtung derselben an die Mönche,die allein schon, wegen der freiwilligen Uebernahme ihrerOrdcnsgelübdc, zu größerer Frömmigkeit verpflichtet wä-ren, als die andern Christen. Uud als Grund, warum sieselche nicht für Geselle gelten lassen wollen, führen sie an,weil sie, den Christen besonders, die unter dem Gesetze derGnade seyen, eine zu große Bürde auflegen. Also erküh-nen sie sich, das ewige Gesetz Gottes von der Nächstenliebeaufzuheben! Oder gestattet das Gesetz irgendwo eine solcheAusnahme? Wird nicht vielmehr in demselben die Fcindes-liebe wiederholt und nachdrücklich uns geboten? Steht nichtgeschrieben H: daß wir den hungernden Feind speisen, seineverirrten Ochsen und Esel auf den Weg führen, oder wennsie der Last erliegen, sie aufhelfen sollen? Thieren sollenwir also um seinetwillen Gutes erweisen, ihn selbst abervon unserem Wohlwollen ausschließen? Wie! gilt nichtewiglich das Wort des Herrn-):die Rache ist mein, ichwill vergelten"? oder wie anderswo deutlicher steht^):du sollst dich nicht rächen, noch Haß im Herzentragen wider deinen Nächsten." Das mögen sie ent-weder aus dem Gesetze ausstreichen, oder den Herrn fürihren Gesetzgeber anerkennen, nicht aber zu einem Rathge-ber herabwürdigen.

S7. Und was sagen denn die Worte, die sie mit ungesalzenerDeutelei zu verdrehen gewagt habciH):Liebet eure Fein-de, thut wohl denen, die euch hassen, bittet fürdsic, welche euch verfolgen, segnet, die euch flu-chen; daß ihr Kinder seyd eures Vaters im Him-m e l." Wer sollte nicht dem Chrysostomus°)beistimmen, welcherdiese Worte wegen des beigefügten Grundes für keine bloße Er-mahnung sondern für einGebot hielt? Was bleibt uns noch,wenn

t) Sprüchw. 25, 21. 2 Mos. 23, 4. 5. Bergt, s Mos. 22, 1. 4.2) 5 Mos. 32, 35. 5) 3 Mos. 19, 18. 4) Matth. 5, 4447.5) Le cornzgiinctlone corclis.