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tct; aber Werke der Liebe beweisen, daß unsere Frömmig-keit aufrichtig ist. Die Propheten führen dieselbe Sprache,wie der schriftkundige Leser weiß. Denn fast allenthalben,wo sie znr Buße ermähnen, dringen sie, mit Ucbergchungder ersten Gesetztafel, auf Treue, Gerechtigkeit, Barmher-zigkeit und Billigkeit. Dabei vergessen sie keineswcges dieGottesfurcht, sondern fordern deren ernstlichen Erweis durch >Thaten. Bekanntlich beziehen auch sie sich, wenn sie zur Be-obachtung des Gesetzes ermuntern, nur auf die Gebote derzweiten Tafel, weil die Erfüllung derselben der vornehmsteBeweis einer frommen und gottseligen Gesinnung ist; aberich halte es für unnöthig, meine Behauptungen erst nochdurch Schriftstellen zu bewahrheiten, da die Richtigkeit der-selben einem jeden sogleich einleuchten muß.
53. Also ist zur Gerechtigkeit, entgegnet man, Redlichkeitim Verhalten gegen den Nächsten erforderlicher^ als die Gottes-furcht? Keinesweges; aber weil man, ohne Gott zu fürch-ten , das Gebot der Nächstenliebe in allen Stücken nicht er-füllen kann, so ist diese eine Bestätigung der Gottesfurcht.Ueberdicß fordert der Herr, dem wir nichts geben können,wie er auch durch David H verkündigen läßt, keinen Dienstvon uns für sich, sondern Werke der Liebe gegen deu Näch-sten. Weßhalb der Apostels die Vollkommenhett der Heili-gen in die Liebe setzt, und diese mit Recht „des Gese-tzes Erfüllung" nennt, mit dem Bemerken: „wer denAndern liebet, hat das Gesetz erfüllt." In einerandern Stelle heißt es^): „das ganze Gesetz ist in Ei-nem Worte begriffen: liebe deinen Nächsten alsdich selbst." Dasselbe sagt ChristusH: „Alles, wasihr wollet, daß euch die Leute thun sollen, dasthut ihnen; das ist das Gesetz und die Prophe-ten." Im Gesetz und in den Propheten steht allerdingsder Glaube und was sonst zur Verehrung Gottes gehört.
t) Ps. 16, 2, 2) Epst 1, 4. Röm. 13, 8. 10. 3) Gal. 5, 14-4) Matth. 7, 12.