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wird, in Thaten erweiset, gcwißermassen Gottes Ebenbild inseinem Leben ausdrücken würde. Weßhalb auch Moses, indemer den Jsraeliten die Hauptsumme des Gesetzes ins Gedächt-niß zurückrufen wollte, sie mit den Worten anredet^: „Nun,Israel, was fordert der Herrdein Gott andersvon dir, als daß du den Herrn fürchtest, in sei-nenWegen wandelst, ihn liebest und ihm dienestvon ganzem Herzen und von ganzer Seele, undseine Gebote haltest?" Das Nämliche ruft er ihnenzu, so oft er auf den Zweck des Gesetzes hinweiset. Diesalso beabsichtigt das Gesetz, den Menschen durch heiligenWandel mit seinem Gott zu verbinden, und mit ihm, wieMoses anderswo sagt, zu vereinigen. Die vollkommeneHeiligkeit ist aber, wie oben bereits angemerkt wurde, indiesen zweien Geboten enthalten: „Du sollst den Herrndeinen Gott lieben von ganzem Herzen, von gan-zer Seele und aus allen Kräften, und deinenNächsten, als dich selbst." Zuförderst soll also dieLiebe zu Gott unser ganzes Herz erfüllen. Daraus wirdalsbald die Liebe des Nächsten von selbst hervorgehen, wasder Apostel mit den Worten bekräftigt"): „der Zweck desGebotes sey Liebe von reinem Herzen, von gutem Gewissenund von ungefärbtem Glauben." Gleichsam an die Spitzewerden hier gestellt das reine Gewissen und ungeheuchelterGlauben, d. i. die wahre Gottesfurcht, und daraus dieNächstenliebe abgeleitet. Es ist also ein Irrthum, wenn mannur die Anfangsgründe und eine unvollkommene Anweisungzur Gerechtigkeit in dem Gesetze finden will, und dasselbenur als eine äußere Zucht für rohe und ungebildete Men-schen, nicht aber als die vollkommene Richtschnur guterWerke betrachtet, da sich aus Mose und Pauli Worten dasGegentheil beweisen läßt, und im Gesetze selbst die höchsteVollendung sichtbar wird. Denn wo will derjenige weiterhinaus, dem die zehn Gebote nicht genügen, durch welche
1) 5 Mop IN, 12, 15. vergl, c, 6, S; 11, 13. 2) 1 Tim. 1, 5.