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Gewirr des Gelüstes umschlinge, ein solches wunderbarlichgeordnetes Herz, das auch nicht der kleinste Stachel gegendas Gebot der Liebe reize. Zu dieser Erkenntniß öffnetemir zuerst AugustinusH den Weg, auf daß es meiner Be-hauptung nicht an gewichtigem Zeugnisse gebreche. Obwohl! nun der Herr jede böse Lust verbeut, so macht er doch solcheDinge beispielshalber namhaft, welche unsere Begierde vor-namlich reizen, um ihr jeden Gegenstand zu entziehen, in-dem er dasjenige gegen sie verwahrt, wonach sie am mei-sten strebt und gelüstet. Siehe, so lehrt die zweite Gcsetz-tafel uns alle Pflichten, die wir von Gottes wegen, in des-sen Anschauung das ganze Wesen der Liebe beruhet, gegendie Menschen zu beobachten haben. Diese Erkenntniß desGesetzes nützt aber nichts, wenn ihr nicht die Gottesfurchtzum Grunde liegt. Daß nun diejenigen, welche aus diesemGebote wider das Gelüsten zwei Gebote machen, mit Un-recht trennen, was ursprünglich ein Ganzes war, sieht derkundige Leser ohne mein Erinnern. Die Wiederholung derz Worte: „laß dich nicht gelüsten" — beweiset nichts. Dennnachdem er das Hans genannt hat, zahlt er dessen Theilet auf mit dem Weibe beginnend. Daraus erhellet zu Genüge,daß wir diese Worte, wie die Hebräer, in ihrer natürlichenVerbindung lassen müssen, und daß Gott überhaupt gebie-! tct, wir sollen uns nicht bloß jedes Unrechts, Schadensund Betruges enthalten, sondern auch nicht das geringsteGelüste in unserm Herzen dulden.
51. Aus dieser Erklärung des Gesetzes läßt sich leicht-lich erkennen, was das ganze Gesetz bezwecke, nämlich eineAnweisung zu geben zur vollendeten Heiligkeit, und das Le-ben des Menschen nach dem Muster göttlicher Reinheit zugestalten. Denn Gott hat in demselben sein heiliges Wesenalso dargelegt, daß derjenige, der alles, was darin geboten
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<zuasgk. 83. gegen Ende.—Kerract. tib. 1. c. 6. —