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Mann" — und in einer andern Stelle: „wer zur Enthalt-samkeit nicht geschickt ist, der möge im Namen des Herrnden Ehcbnnd schließen." Zuerst beschuldigt er die meistenMenschen der Unenthaltsamkeit, und darnach fordert erohne Ausnahme jeden von diesen auf, durch die ehelicheVerbindung sich vor der Unkeuschhcit zu sichern. Machenalso die Uncnthaltsamen von diesem Mittel, ihren Leiden-schaften zu steuern, keinen Gebrauch: so ist das ein straf-barer Ungehorsam gegen die Ermahnung des Apostels. Undhalte sich Keiner etwa deßwegen für frei von Unkeuschhcit,weil er kein Weib berührt hat, wenn dagegen sein Herz vonLust entbrennt, denn die Keuschheit besteht nach Paulus inReinheit zugleich des Leibes und der Seele. Die Jungfrau,welche nicht freiet — sagt er") — besorget, was dem Herrnangehöret, daß sie heilig sey beides am Leibe und auch amGeiste." Zur Bekräftigung obiger Behauptung sagt er nichtbloß, es sey besser, sich zn verehelichen, als sich mit Hure-rei beflecken, sondern sich verehelichen sey besser, als Brunstleiden.
44. Bedenken Gatten ferner, daß die Ehe ein von demHerrn geheiligter Stand ist, so liegt darin für sie eine War-nung, dieselbe durch unmäßige und zügellose Lust nicht zubeflecken. Zwar verbirgt die eheliche Verbindung alle Wol-lust vor den Augen der Welt; aber das darf uns kcines-weges reizen, ihr uns ohne Scheu zu ergeben. Darummüssen Ehegatten nicht glauben, daß ihnen alles erlaubtsey, sondern sie müssen ehrbar bei einander wohnen, undnichts sich verstatten, was diesen heiligen Stand entweihet.Mäßigkeit und Züchtigkeit geziemt dem in dem Herrn ge-schlossenen Ehcbunde, nicht aber Ausschweifung und Wol-lust. Ambrosius") bezeichnet solche Znchtlosigkcit mit einemharten, aber nicht unangemessenen Ausdruck, wenn er den,welcher in der Ehe Zucht und Schaam außer Augen setzt,
4) 1 Cor. 7, 34. 2) In der Schrift -!s xlcklosoxliia, die Augustin ce-tirt in seinem Buch coiaru chicktsnui».