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unser Herr selbst, wenn er spricht'): „Manche enthaltensich des Ehestandes um des Himmelreichs willen," d. h. umdesto ungestörter und freier für das Himmelreich wirken zukönnen. Aber damit man nicht glaube, daß solche Enthalt-,samkcit in des Menschen Vermögen stehe, hatte er kurz vor-her gesagt: „nicht alle seyen dazu fähig, sondern nur die,denen es vom Himmel vorzugsweise gegeben ist." Und soschließt er mit den Worten: „wer es fassen kann, der fassees." Noch deutlicher schreibt Paulus°): „einjeglicher habeseine eigene Gabe von Gott, einer sonst, der andere so."
43. Da solche deutliche Aussprüche der Schrift bewei-sen, daß nicht ein jeglicher ohne Ehe die Keuschheit bewah-ren können, wie eifrig er stch auch darum bemühet, sondernnur Einige durch die besondere Gnade des Herrn es ver-mögen, um desto ungestörter sein Werk zu fördern: so wi-derstreben wir Gott und seiner Ordnung, wenn wir bei derWahl zwischen dem ehelosen und ehelichen Stande nicht un-sere Kräfte berücksichtigen. Hier untersagt der Herr Hure-rei, und fordert also von uns Reinheit und Keuschheit.Um dieser Forderung zu genügen, hat jeder seine Fähigkeitzu prüfen. Niemand verachte geradezu den Ehestand alsetwas Nutzloses und Ueberflüßiges, Niemand wähle dieEhelosigkeit, außer wenn er des Weibes entbehren kann.Auch muß uns dazu nicht die Schwäche der sinnlichen Triebenach Gemächlichkeit bestimmen, sondern allein der Gedanke,daß wir frei von diesem Bande desto ungehinderter Gottdienen können. Und weil diese Wohlthat Vielen nur aufeine Zeitlang vergönnt ist, so darf der Mensch nicht längerunverehelicht bleiben, als er dazu tüchtig ist. Kann er seinesinnlichen Begierden nicht mehr beherrschen, so erkenne erdarin einen Aufruf zur Ehe, der abseilen des Herrn anihn ergeht. Diese Beziehung hat die Ermahnung des Apo-stels^): „zur Vermeidung der Hurerei habe ein jeglicher seineigen Weib, und ein jegliches Weib habe ihren eigenen
1) Matth. IS, tt. 12. 2) 1 Cor. 7, 7. 3) 1 Cor. 7, 2. g.