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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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dcrung der Ehre Gottes sich geltend machen wollte, da jene,von dieser unabhängig, uns eben zu dieser hinleiten soll.

Das sechste Gebot.

»Du sollst nicht tödten.»

39. Der Zweck dieses Gebotes ist: da Gott das Men-schengeschlecht zu einer Art von Einheit verbunden hat, somuß die Erhaltung Aller einem jeden am Herzen liegen.Es wird uns also jede Gewaltthat und jeder Frevel, über-haupt alles untersagt, was dem Leben unseres Nächstenschädlich werden kann, und dagegen geboten, zur Erhaltungseines Lebens nach unserem besten Vermögen beizutragen,seine Ruhe und Zufriedenheit zu befördern, Schaden vonihm abzuwenden, in Nöthen und Gefahren ihm Hülfe undBeistand zu leisten. Beherzigen wir, daß Gott der Gesetz-geber also rede, so werden wir erkennen, daß er durch dieseVorschrift unsere Seelen regieren wolle. Denn es wäreoffenbar lächerlich, zu glauben, daß der, welcher unsereGedanken erforscht, und vornämlich auf das Herz siehet,bei der Anweisung zur wahren Frömmigkeit nur den äußernMenschen berücksichtige. Er untersagt uns in diesem Gebotealso auch den Todtschlag des Herzens, und gebeut die in-nere Neigung das Leben des Bruders zu erhalten^ Zwardie Hand gebiert den Mord, aber die 'Seele, von Zornund Haß ergriffen, empfängt ihn. Kannst du gegen deinenBruder zürnen, ohne von Begierde ihm zu schaden zu ent-brennen? Ohne. Zorn kein Haß; denn Haß ist nichts an-ders, als eingewurzelter Zorn. Magst du ihn verbergen:wo Zorn oder Haß ist, da wohnt die boshafte Neigung.Jede Ausweichung entkräftet des Geistes AusspruchH: „werseinen Bruder hasse, sey ein Todtschlägcr." Und Christuslehrt"): „wer mit seinem Bruder zürne, sey des Gerichts;wer zu seinem Bruder sage: Nacha, sey des Raths; weraber sage: du Narr, des höllischen Feuers schuldig."

t) t Joh. 3, )5- S) Matth. S, 22.