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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Wie den Juden unter Vorbildern die Wahrheit gegebenwurde, so wird sie uns ohne Schatten dargeboten: erstens,daß wir unser ganzes Leben als einen Sabbath betrachtenund von unsern Werken feiern sollen, damit der Herr durchseinen Geist in uns wirke; zum andern, daß alle durch from-mc Betrachtung der Werke Gottes, so viel möglich, in derStille sich erbauen, aber auch den kirchlichen Versammlun-gen fleißig beiwohnen, um das Wort zu hören, die Sacra-mcnte zu gebrauchen, und gemeinschaftlich zu beten; drit-tens, daß wir unsere Untergebenen nicht unmenschlich be-handeln. So verschwinden die Possen der Lügenpropheten,die in vorigen Jahrhunderten dem Volke jüdische Grund-sätze beibrachten, indem sie lehrten, daß nur das Ceremo-nielle in diesem Gebote, die Schätzung des siebenten Tages,wie sie es nannten, abgeschafft sey, das Moralische aber,nämlich die Feier eines Tages in der Woche, bestehe. Dasheißt aber nichts weiter, als den Juden zum Verdruß dieäußere Feier des Tages ändern, ihm aber fortan denselbenWerth beilegen. Auf diese Weise bliebe uns dieselbe ge-heimnißvolle Unterscheidung der Tage, wie sie bei den Judenstatt fand. Welche verderbliche Folgen das aber habe, kannman bei denen sehen, die solchen Grundsätzen anhangen,denn diese begehen den Sabbath noch weit fleischlich gröberund abergläubischer, als die Juden, so daß die Straf-rede des Jcsaias J auf sie jetzt noch eben so paßt, als aufdie Zeitgenossen des Propheten. Ucbrigens ist hier wohlzu merken, daß wir die gottesdienstlichen Versammlungen,damit die Religion unter uns nicht versinke oder erschlaffe:fleißig besuchen, und überhaupt auch im Aeußerlichcn nichtsfehlen lassen dürfen, was die Gottcsverehrung erhebenkann.

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