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Dieselbe Absicht hat Jakobus'): wenn er die angezogenenWorte Christi wiederholt, weil dieser Leichtsinn immer unterden Menschen herrschend war, wiewohl er eine Entweihungdes göttlichen Namens bleibt. Denn wenn man das Wört-lein „überhaupt" auf das Zeitwort „schwören" bezieht, alsob jeder Eid ohne Ausnahme untersagt wäre: wozu danndie hinzugefügte Erklärung: „weder bei dem Himmel nochbei der Erde :c." Daraus erhellet genugsam, daß hier denSpitzfindigkeiten begegnet wird, womit die Juden ihre Trn-gerci zu beschönigen suchten.
27. Aus so wichtigen Gründen ist es also keinem Zweifelmehr unterworfen, daß der Herr in jenen Worten: nur diedurch das Gesetz verbotenen Eide mißbilligt. Denn Er selbst,dessen Wandel das treue Abbild seiner Lehre war, trugkein Bedenken, einen Eid abzulegen"), wo die Umstände eserforderten; und seine Jünger, die ihrem Meister in allemfolgsam waren, sind ihm auch darin nachgefolgt. Wermögte glauben, daß Paulus würde geschworen haben, wennder Eid durchaus verboten gewesen wäre? Er aber, wodie Umstände es forderten, bedient sich unbedenklich eidlicherVersicherungen, oft mit ausdrücklicher Berufung auf Gott.')Die Untersuchung ist jedoch noch nicht beendigt: denn Ei-nige erklären bloß die öffentlichen oder gerichtlichenEide für zulässig, wie z. B. solche, zu denen die Obrigkeitauffordert, oder welche Fürsten ablegen, wenn sie Bünd-nisse schließen, oder die das Volk leistet, wenn es dem Re-genten Treue und Gehorsam schwört, und der Soldat, wenner zum Kriegsdienst angezogen wird, und dem ähnliche.Dahin rechnen sie auch diejenigen Eide, deren sich Paulusin seinen Briefen bedient, um die Würde des Evangeliumszu behaupten, und das mit Recht, da die Apostel in ihremAmte nicht Privatpersonen, sondern Diener Gottes sind.Und wahrlich, ich läugne nicht, daß man dergleichen Eideohne das mindeste Bedenken ablegen könne, da sie das un-
1)Jak,5,12. 2)Matth.26,63.k4. 3) 2 Cor. 1,23. Rom. 1,9. Phil. 1,8.