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verboten habe, wenn er sprach'): „Ich sage euch, daß ihrallerdings nicht schwören sollt; eure Rede aber sey: Ja, Ja,Nein, Nein; was darüber ist, das ist vom Uebel/' Aberauf diese Weise werden sie höchst unbedachtsam Christo är-gerlich, indem sie ihm den Vater entgegensetzen, als ob erauf die Erde gekommen sey, um dessen Gebote aufzuheben.Denn der ewige Gott hat in seinem Gesetze den rechtmäßigenEid nicht nur erlaubt, was schon Beweis genug für dieZu-läßigkcit desselben ist, sondern ihn sogar auch bei Angele-genheiten von Wichtigkeit geboten. °) Nun aber sagt Chri-stus^): „Ich und der Vater sind Eins; ich thue nichts vonmir selbst, sondern vollbringe das Werk, das mir der Vateraufgetragen hat: meine Lehre ist nicht mein, sondern deß,der mich gesandt hat." Setzen sie also Gott nicht in Wi-derspruch mit sich selbst durch die Annahme, daß er wiede-rum verbiete und verwerfe, was er vordem in seinem Ge-setze angeordnet hatte? Weil jedoch die Auslegung jenerWorte Christi einige Schwierigkeit zu haben scheint, so willich sie kürzlich erklären. Wir werden sie aber nur dannrecht verstehen, wenn wir wohl erwägen, was Christus hierbeabsichtigt. Er will das Gebot nicht aufheben oder ein-schränken, sondern in seinem wahren und wirklichen Sinnewieder darstellen, der durch die eigenmächtigen Zusätze derSchriftgelehrten und Pharisäer ganz verfälscht war. Beden-ken wir das, so wird unmöglich unsere Meinung seyn, daßChristus überhaupt alle Eide untersagt habe, sondern nurdiejenigen, welche die Vorschrift des Gesetzes überschreiten.Aus seinen eigenen Worten sieht man, daß das Volk zuseiner Zeit sich bloß vor dem Meineide scheute, da doch dasGesetz nicht allein diesen, sondern auch alles unnütze undleichtfertige Schwören untersagt. Der Herr also, als derznverläßigstc Ausleger des Gesetzes, erklärt nicht nur denfalschen Eid, sondern überhaupt das Schwören für Sünde.Welches Schwören? Das unnütze und leichtsinnige! Die im
1) Natth. 5,54-37. 2)2Mos.22,10.11. 3) Joh. 10,30: z, Z6; 8,28;7,1k-