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24. Darauö ersehen wir, daß nach Gottes Willen un-sere Eide einen Theil seiner Verehrung ausmachen sollen;wcßhalb wir vorsichtig seyn müssen, damit sie nicht, stattzur Verehrung, zur Lästerung oder Schändung und Ent-weihung seines Namens dienen. So ist es die strafbarsteGotteslästerung, wenn man bei seinem Namen falsch schwört,was im Gesetzt für eine EntHeiligung desselben gilt. Dennwas bleibet dem Herrn, wenn man die Wahrhaftigkeit ihmabspricht? er hört auf Gott zu seyn. Das geschieht aber,sobald man ihn zu einem Zeugen und Bestätiger der Lügeund Unwahrheit macht. Weßhalb auch Josua^), um Ahanzum Geständniß der Wahrheit zu bringen, sprach: „meinSohn, gieb dem Herrn, dem Gott Israels, die Ehre;"mit welchen Worten er andeutet, daß es eine abscheulicheSchändung des Herrn sey, wenn man mit Berufung aufseinen Namen eine Unwahrheit ansspricht. Und kein Wun-der; denn wir verhüten alsdann nicht, daß sein heiligerName gleichsam mit einer Lüge befleckt werde. Diese Re-deweise scheint auch unter den Juden, als Aufforderung zurAblcgung eines Eides, gebräuchlich gewesen zu seyn, daauch die Pharisäer im Evangclio Johannis^) sich derselbenbedienen. Zur größten Vorsicht und strengsten Gewissen-haftigkeit bei dem Eide fordern auch andere in der Schriftvorkommende Betheurungsformcln aufH: „So wahr derHerr lebet; Gott thue mir dieß und das; Gott sey Zeugeüber meine Seele;" — welche beweisen, daß wir Gott zumZeugen unserer Aussage nicht anrufen können, ohne ihnzugleich zur Rache des Meineides aufzufordern, sobald wirfalsch schwören.
25. Herabgewürdigt und entweihet wird Gottes Nameauch durch solche Eide, die zwar rechtmäßig, aber unnöthigsind, weil man ihn in diesem Falle unnütz im Munde führt.
1) Z Mos. 19, 12. 2) <2, 7, 19. 3) C. g, 24. 4) 2 Sam. 14, 11;4, S. — 1 König. 1, 29. — 1 Sam. Z, 17; 14, 44; 2 Sam. 3,9;1 König. 2, 23. 2 König. 6, 3t. — 2 Cor. 1, 23.