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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Der Zusatz:vor mir," erhöhet die Verwerflichkeitder Abgötterei, da wir Gottes Eifersucht erregen, wennwir unsere Götzen an seine Stelle setzen, gleichwie ein ehe-brecherisches Weib ihrem Gatten dadurch um so mehr inHitze bringt, wenn es vor seinen Augen mit einem Andernbuhlt. Da Gott sich als einen so mächtigen und wohlwol-lenden Beschützer seines auserwähltcn Volkes dargestellthatte, um dasselbe von jeder Abweichung zurück zu schrecken,so erinnert er nun an die Unmöglichkeit des Uebergehcnszu fremden Göttern, ohne daß er Zeuge solcher Frevelthatwäre. Denn diese Vermesscnhcit wird strafbarer durch denbösen Gedanken seinen Abfall vor Gott verbergen zu können.Dagegen bezeugt der Herr laut, daß all unser Sinnen,Thun und Vornehmen von ihm bemerkt werde. Darummuß auch unser Herz von allen abgöttischen Gedanken sichrein erhalten, wenn unser Gottesdienst dem Herrn Wohlge-fallen soll: denn vor seinen Augen ist nicht bloß das äußereBekenntniß zur Verherrlichung seines Namens genug, son-dcrn er erforschet die Tiefe des Herzens.

DaS zweite Gebot.

»Du sollst dir kein Bildniß noch irgend ein Gleichniß machen, wederdeß, das oben im Himmel, noch deß, das unten auf Erden, oderdeß, das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbe-ten, noch ihnen dienen.«

17. Wie Gott sich im ersten Gebot als den Einzigendarstellt, außer welchem keine andern Götter zu finden sind,so erklärt er sich hier im zweiten noch deutlicher über seinWesen und über die Art, wie er verehrt seyn wolle, damitwir ihm nichts Fleischliches anzudichten wagen. Dieses Gebotsoll also die Entweihung der ihm gebührenden Verehrungdurch abgöttische Gebrauche verhindern. Darum verbietetes überhaupt, uns sinnliche Vorstellungen von Gott zumachen, wie es geschieht, wenn wir ihn nach unserm ver-gänglichen Wesen messen, und leitet uns zu seiner geistigenCalvins Inst. 1r ZVd. TL