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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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396
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mißbrauchen, indem er vorher besonders des Gebotes überdie Sabbathheiligung gedacht hatte. Anderswo H gefällt ihmzwar wieder die erstere Eintheilung, aber aus dem sehr un-richtigen Grunde, weil, wenn nur drei Gebote zur erstenGesetztafel gerechnet würden, in der Drcizahl das Geheim-niß von der Dreieinigkeit hervorleuchte; wiewohl er auchhier der von mir angenommenen Eintheilung ganz unvcr-holen den meisten Beifall giebt. Gleicher Meinung mit mirist auch außer )cuen noch der Verfasser des unvollendetenWerkes über den Matthäus. °) Josephus rechnet, gewißnach der in seinem Zeitalter allgemein herrschenden Mei-nung, zu jeder Gesetztafcl fünf Gebote. Diese Vermischungder Religions - und Liebespflichten ist wider die Vernunft,und wird von unserem Herrn selbst verworfen, der, nacheiner Stelle im Matthäus, das Gebot von der schuldigenEhrfurcht gegen die Äeltern zur zweiten Tafel rechnet. Nunwollen wirGottsclbstmitseinen eigenen Worten reden hören.

Das erste Gebot.

»Ich bin der Herr dein Gott, der ich dich aus Aegyptenland, ausdem Diensthause, geführet habe.Du sollst keine anderen Göttervor mir haben.«

4,3. Ob man den ersten Satz zu einem Theile des erstenGebotes macht oder davon trennt, ist mir gleichgültig;nur läugnc man nicht, daß er die Einleitung zum ganzenGesetze sey. Wenn Gesetze gegeben werden, so ist zuför-derst dahin zu scheu, daß sie nicht bald in Verachtung ge-rathen. Darum sucht auch Gott es vornämlich zu verhü-ten, daß man das Ansehen seines Gesetzes verhöhne.Auf eine dreifache Weise macht er es unverletzlich. Er eig-net sich die Macht und Herrschaft zu, um das auserwahltcVolk zum unbedingten Gehorsam zu verpflichten. Er ver-heißt Gnade, um bei demselben den Eifer in der Heiligung

t) l.ib. 1, «zuasit. in Vcc> ?cst. L) Lllrisoitornuz.