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Numpf ohne Kopf als Bild der Schönheit darstellen wollte.Sie ist nicht nur der vornehmste Theil, sondern auch dieSeele der Gerechtigkeit: denn ohne Gottesfurcht bewahrendie Menschen weder Gerechtigkeit noch Liebe. Also der Grundund Anfang aller Gerechtigkeit ist die Verehrung Gottes,weil ohne diese alles, was die Menschen au Billigkeit, Red-lichkeit und Schonung gegen einander beweisen, eitel undunnütz vor Gott ist. Wir nennen sie Quelle und Geist,weil die Menschen nur alsdann ohne Ucbelthat und Trugbei einander wohnen, wenn sie Gott verehren als den Ver-gelte? des Guten und Bösen. Darum unterweiset er unsin der ersten Gesctztafel in der Gottseligkeit und in denje-nigen Pflichten, welche sich auf die Verehrung seines heili-gen Namens beziehen; in der zweiten aber macht er unsmit dem bekannt, was wir aus Gottesfurcht in der mensch-lichen Gesellschaft zu erfüllen haben. So faßt auch unserHerr, wie die Evangelisten erzählen das ganze Gesetz infolgenden zwei Hauptthcilen zusammen: „du sollst Gott lie-ben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und aus allenKräften, und deinen Nächsten als dich selbst." Von diesenzweien Geboten, in welchen das ganze Gesetz enthalten ist,bezieht er also das eine auf unser Verhalten gegen Gott,das andere auf unser Verhalten gegen die Menschen. >
12. Obgleich indessen das ganze Gesetz in diesen beidenGeboten enthalten ist: so wollte unser Gott doch, um unsjede Gelegenheit zu Entschuldigungen zu benehmen, unsnoch deutlicher in den zehn Geboten eröffnen, wie wir Gottehren, fürchten, und lieben müssen, und wie wir die schuldigeNächstenliebe zu beweisen haben. Es ist auch keine unrecht an-gewandte Mühe, der Einthcilnng der Gebote noch zu gedenken;nur vergesse man nicht, daß es jedem erlaubt seyn müsse,hierüber seine Meinung zu sagen, und daß deßhalb kein hart-näckiger Streit mit den Andersdenkenden statt finden dürfe. ,Ich aber darf die Sache hier nicht übergehe, damit Niemand
t) Matth. 22, 37 — 4(1. Luc. tn, 27.