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lich, was in den beiden Gcsctztafcln enthalten ist, sagt unsgewißerinasscn schon das innere Gesetz, das einem jeden indas Herz geschrieben ist. Denn unser Gewissen läßt unsnicht in fortwährender Gefühllosigkeit schlafen, sondern istein innerer Zeuge und Richter, der uns an das erinnert,was wir Gott schuldig sind, den Unterschied des Guten undBösen uns vorhält, und uns verklagt, wenn wir vom Wegeder Pflicht abweichen. Aber der Mensch, in Irrwahn ver-düstert, hat durch jenes natürliche Gesetz kaum eine Ahnungvon der Gott allein wohlgefälligen Verehrung, wenigstensist er von deren richtiger Anwendung sehr weit entfernt.Dabei verhindert ihn anmaßender Stolz und blinde Eigenliebe,sich selbst recht zu durchschauen und gleichsam in sich selbstherabzusteigen, wodurch er allein erst zur Demuth und Er-kenntniß seines Elends gelangt. Dieser unserer Stumpf-heit und Hartnäckigkeit wegen gab Gott uns ein besonderesgeschriebenes Gesetz, welches uns von dem, was uns dasnatürliche Gesetz nur dunkel erkennen läßt, recht gewißmachen, und Verstand und Gedächtniß aus dem Schlaf rüt-teln und in fortwährender Thätigkeit erhalten soll.
2. Es läßt sich nun leicht bestimmen, was wir aus die-sen? Gesetze Gottes lernen sollen, nämlich daß Gott unserSchöpfer, aber auch unser Dater und Herr sey, weßhalbwir ihm Preis, Anbetung, Liebe und Ehrfurcht schuldigsind. Ja, daß wir nicht unsere eigenen Herren sind, umunserer Willkühr und Begierde zu folge??, sondern, von sei-nen? Wink abhängig, allein das thun müssen, was ihm wohl-gcfällt. Alsdann: Gerechtigkeit und Heiligkeit sind ihm an-genehm, Ungerechtigkeit aber ein Greuel; weshalb wir,wenn wir nicht mit frecher Undankbarkeit von unserm Schö-pfer abfallen wollen, der Gerechtigkeit uns nothwendig un-ser Lcbenlang befleißigen müssen. Denn beweisen wir ihmdann erst die schuldige Ehrfurcht, wenn wir seinen Willendein nnsrigen vorziehen: so folgt, daß wir ihn nur durchGerechtigkeit, Heiligkeit und Reinigkeit gebührend v wehren.Wir dürfen uns hier kcinesweges mit unsere??? Unvermögen