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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
366
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kein Mensch auf Erden, der nicht sündiget," be-kannte Salomo'), und Davids:vor dir ist kein Le,bendiger gerecht." Dasselbe versichert zu wiederholtenMalen Hiob. Besonders merkwürdig ist der Ausspruch desPaulus 2):das Fleisch gelüstet wider den Geist,und der Geist wider das Fleisch. So erklärt er auchAlle, die unter dem Gesetze sind, für dem Fluche unterwor-fen, weil geschrieben steht'J:verflucht sey jedermann,der nicht bleibt in allem dem, was gefordertwird im Buche des Gesetzes, daß er es thue;"mit welchen Worten er zu verstehen giebt, ja als unbezwci-felt annimmt, daß Niemand darin bleiben könne. Was aberdie Schrift verkündigt, muß ewig als wahr und nothwen-dig gelten. Mit einem ahnlichen Einwürfe quälten die Pe-lagianer den Augustiu:Gott thue Unrecht, mehr zu for-dern, als die Gläubigen durch seine Gnade leisten können."Um nun diesen Einwurf abzuwenden, gestand er°):derHerr könne zwar, wenn er wolle, den sterblichen Menschenzur Engelreinheit erheben; aber noch nie habe er gethanund werde nie thun, was er in der Schrift anders be-stimmt hatte. Das leugne ist) nicht, bemerke jedoch, daß esunschicklich sey, von der Allmacht Gottes gegen seine Wahr-haftigkeit Folgerungen aufzustellen; und daß der Ausspruchalsdann der Mißdeutung nicht unterliege, wenn man sagt,unmöglich sey das: was nach dem Zeugniß der Schrift nichtgeschehen werde. Wird aber über das Wort selbst gestrit-ten, so höre man die Entscheidung des Herrn. Auf dieFrage seiner Jünger: wer kann denn selig werden? ant-wortete er:bei Menschen ist es unmöglich, aberbei Gott sind alle Dinge möglich." Sehr gründlichbeweiset auch Augustin die Behauptung, daß wir in die-

4) 1 König. 8, 46. 2) Ps. t4Z, 2. 3) Gal. S, 47. 4) Gal. 3, 40.6 Mos. 27, 26. 5) In seiner Schrift 3s imlur» se gretl-. 6) Matth.43, 25. 26. 7) lab. 3e -xiiiru «l lirrera gegen Ende und mehrereandere Stellen seiner Schriften.