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erwägen, ob wir auch solchen Gehorsam leisten, auf dessenVerdienst die Zuversicht jener Belohnung sich gründen kön-ne. Denn was hilft es, zu wissen, daß die Beobachtungdes Gesetzes das ewige Leben zur Belohnung haben werde,wenn wir nicht auch darüber Gewißheit haben, ob wir aufdiesem Wege in dasselbe eingehen können? Hier zeigt sichaber die Schwachheit des Gesetzes; denn da keiner von unsdas Gesetz erfüllt, so sind wir von der Verheißung des Le-bens ausgeschlossen, und dem Fluche preis gegeben. Ichmeine nicht nur, was geschieht, sondern was nothwendigist: denn da das Gesetz weit über das menschliche Vermö-gen hinausgeht, so kann der Mensch die, dem Gesetze beige-fügten Verheißungen zwar von ferne schauen, aber keineFrucht davon sammeln. Das eine nur bleibt ihm übrig,die Größe seines Elends darnach zu schätzen, indem er be-denkt, daß er aller Hoffnung des Heils beraubt dem Todegewiß entgegen gehe. Ihm gegenüber drohen des Gesetzesfurchtbare Forderungen, die nicht einige blos, sondernalle Menschen ohne Ausnahme binden und umschlingen;sie drohen, sage ich, und fassen uns mit unerbittlicherStrenge, so daß wir im Gesetze unsern Tod offenbar vorAugen sehen.
4. Also schon der Hinblick auf das Gesetz muß unsernMuth niederschlagen, uns in Verwirrung und Verzweiflungbringen, da es uns allcsammt verdammt und verflucht,und von der seinen Verehrern verheißenen Glückseligkeitausschließt. Also treibt der Herr, wirst du sagen, derge-stalt seinen Spott mit uns? Denn ist es nicht eine Ver-höhnung, Hoffnung zur Seligkeit zu machen, zu ihr einzu-laden, und sie als für uns vorhanden darzustellen, da dochder Zugang zu ihr verschlossen ist? Darauf antworte ich:wenn auch die Verheißungen des Gesetzes bedingt und ab-hängig sind von dem vollkommenen Gehorsam gegen dassel-be, der bei keinem Menschen angetroffen wird, so wurdensie doch nicht absichtslos ertheilt. Kommen wir zu der Ue-berzeugung, daß wir ihrer nur dann theilhaftig werden