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alten Volks, wie in einem doppelten Spiegel vorgehaltenwurde. Denn sie konnten nicht anders, wie bereits gesagtist, vor Gott Könige und Priester seyn, da sie Knechte derSünde und des Todes und mit eigener Verderbniß beflecktwaren. Daraus erhellet die Wahrheit des Ansspruchs Pau-Ii>): „das Gesetz sey der Juden Zuchtmeister ge-wesen, bis der Saame käme, dem die Verheis-sung geschehen war." Denn so lange ihnen Christusnoch nicht genau bekannt geworden war, glichen sie unmün-digen Kindern, welche die volle Erkenntniß himmlischerDinge noch nicht tragen konnten. Wie sie jedoch durch dieCeremonien auf Christum hingeführt wurden, ist schon er-wähnt, und läßt sich aus mehreren Zeugnissen der Prophe-ten noch besser erkennen. Denn mußten sie auch täglich neueSühnopfer Gott darbringen, so wird doch eine Versöhnungaller Sünden durch ein einziges Opfer von Jesaias-) ver-heißen, mit dem Daniel 2) übereinstimmt. Die aus demStamme Levi erwählten Hohenpriester gingen in das Aller-heiligste; aber von dem einigen Hohenpriester war einmalbezeugt-), „daß er durch einen Eid des Herrn er-koren sey zu einem Priester in Ewigkeit nach derOrdnung Melchisedeks." Damals war eine äußerli-che Salbung mit Ocl, aber Daniel verkündigte nach einemGesichte eine andere. Um nicht bei noch mehreren Beispie-len zu verweilen, verweise ich auf den Brief an die He-bräer , wo vom vierten bis zum elften Kapitel bewiesenwird, daß ohne den Hinblick auf Christum die Ceremoniennichtig und leer seyen. Was nun die zehn Gebole anbe,trifft, so müssen wir uns ebenfalls an das Wort des Pau-lus halten'): „Christus sey des Gesetzes Ende,wer an den glaube, der sey gerecht;" und: Chri-stus sey der Geist, der den an sich todten Buch-staben belebe." Denn im erstern Ausspruche zeigt der
t) G-l. 3, 24. 44 -c. 2) C. 53, 5. l0. 3) <5. 9, 24. 4) Ps. tld,4. S) Röm. 40, 4. 2 Cor. 3, S.