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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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bcn sie waren, gleich als wäre er nur zur Erneuerung des-selben gesandt. Dies erhellet aus das deutlichste aus demCcremonialgesctz. Denn was wäre thörichter und widersin-niger, als wenn Menschen, um sich Gott zu versöhnen,den garstigen Geruch geopferter Thiere darbringen? undum sich von ihrem Sündcnunflath zu reinigen, zur Be-sprengung mit Wasser oder Blut ihre Zuflucht nehmen?Der gesammte äußerliche Gesetzesdienst wäre ein leeresSpiclwcrk, wenn man ihn an sich betrachtet, und darinnicht Schatten und Bilder der göttlichen Wahrheit findet.Nicht ohne Absicht wird daher auch in der Rede des Ste-phanus und im Briefe an die Hebräer der Befehl Gottesan Moses hervorgehoben, alles zur Stiftshütte Gehörigenach dem Bilde zu machen, das ihm auf dem Berge gezeigtworden/) Denn wäre ihren Bestrebungen kein geistigesZiel vorgehalten, so hätten die Juden, gleich den Heiden,hier ein eitles Posscnspiel getrieben. Ungläubige Menschen,welche sich nie ernstlich der Frömmigkeit befleißigten, hörennur mit Verdruß von so vielfältigen Gebräuchen, und wun,dern sich nicht blos, warum Gott das alte Volk mit einerMenge äußerlicher Gebote geplagt habe, sondern verachtendieselben auch als kindische Spiele, weil sie ihren Zwecknicht kennen. Beachtet man diesen nicht bei jenen Gese-tzesverordnungen, die nur Vorbilder von etwas Nollkom-mcncrn enthalten, so müssen sie nothwendig als nutzlos er-scheinen. Aber aus der Annahme eines solchen Vorbildesgehet hervor, daß Gott die Opfer nicht zur leiblichen Ue-bung seiner Verehrer verordnet habe, sondern um ihre Ge-danken emporzuheben, wie auch aus der Natur Gottes her-vorgeht, der als ein geistiges Wesen nur an einer geistigenAnbetung Wohlgefallen haben kann. Dafür zeugen so vieleAussprüche der Propheten, welche die Juden der Unver-nunft beschuldigen, weil diese den Opfern einen Werth vorGott beilegen. Oder wollten sie dem Gesetze sein Ansehen

«) Apstz. 7, 44. H«br. 5, 5. 2 Mes. 2S, 40. 26, ?0.