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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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erinnern, daß die Erkenntniß Gottes nur alsdann für uns

heilbringend sey, wenn er uns in Christo begegnet. Diejüdischen Schriftgelehrten hatten zwar durch mancherlei Er-dichtungen die prophetischen Aussprüche über den Erlöserverdunkelt; Christus aber nahm es als gewiß und allgemeinanerkannt, daß die Erscheinung des Mittlers das einzigeRettungsmittel in dem allgemeinen Verderben und dem Ver-fall der Kirche sey. Und ward auch der Paulinische Aus-spruch'):Christus ist des Gesetzes Ende," nichtnach Gebühr erkannt, so erhellet doch dessen Wahrheit undGewißheit deutlich aus dem Gesetz und den Propheten. DieLehre vom Glauben kann noch nicht hier, sondern erst wei-ter unten 2) abgehandelt werden. Nur das merke man vor-läufig : es ist der Anfang aller Gottesfurcht, Gott als un-sern Vater anzuerkennen, der uns beschirmt, leitet, erziehtund endlich in das ewige Erbe seines himmlischen Reichssammelt. Es giebt also, wie so eben gesagt ist, keine be-seligende Gotteserkenntniß ohne Christus, der deßhalb vomAnfange der Welt an allen Auserwählten vorgehalten wur-de, damit sie auf ihn mit zuversichtlichem Vertrauen hin-blickten. Dasselbe bekennt Jrenäus^):der Vater, welcherunendlich ist, ward im Sohne endlich, weil er sich zu un-serer Schwachheit herabließ, damit der Gedanke an seineunermeßliche Herrlichkeit uns nicht verzehre." Dieser ganzrichtige Ausspruch wurde von einigen Fanatikern nicht ge-hörig erwogen, und zu dem gottlosen Lehrsatze verdreht,daß nur ein Theil von der höchsten Vollkommenheit Gottesauf Christum übergegangen sey, da er doch nur beweiset,wie Gott allein in Christo von uns begriffen werden könne.Es bleibt also ewig wahr, was Johannes sagt*):werdenSohn läugnet, der hat auch denVater nicht."Denn rühmten sich auch vordem Viele, Gott als den Schö-pfer Himmels und der Erde zu verehren: so war es doch,

t) Röm. 10, 4. 2) Buch 3. Kapitel 2. S) k-ere-e- vu».

-ricorum Iik>> ä c, ä. 4) t Ioh. 2, 22.