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Jerusalem; siehe, deinKönig kommt zu dir, ein
Gerechter und ein Helfer;" dies entspricht der vor-her aus den Psalmen angezogenen Stelle: „der Herr istdie Stärke .seines Gesalbten, hilf Herr," wo das Heil,von dem Haupte ausgehend dem ganzen Körper zugetheiltwird.
4. Diese Weissagungen ließ Gott den Juden verkündi-gen, damit sie ihre Erlösung suchend auf Christum ihreBlicke wenden sollten. Und selbst bei der allgemeinen Ent-artung erlosch nicht das Andenken an die Verheißung, daßGott durch Christum, wie es dem David verheißen war,die Kirche befreien, und erst auf diese Weise den Gnaden-bund befestigen werde, in welchem er seine Auserwähltender Kindschaft gewürdigt hatte. Darum erscholl auch beidem Einzüge, den Christus kurz vor seinem Tode in Jeru-salem hielt, aus dem Munde der Kinder der Lobgesang H:„Hosianna dem Sohne Davids!" Denn allgemeinbekannt und angenommen muß es gewesen seyn, was siesangen, daß das einzige Pfand der Erbarmung Gottes ih-nen in der Ankunft des Erlösers aufbehalten sey. So hei-ßet Christus selbst seine Jünger, damit ihr Glaube an Gottrein und vollkommen werde, an ihn glauben, wenn erspricht'H: „Glaubet ihr an Gott, so glaubet auchan mich." Er will damit andeuten, daß obgleich man ei-gentlich durch Christum zum Glauben an den Vater gelangt,dieser Glaube dennoch, wenn auch in Gott gegründet, all-mählig verschwinden würde, wenn er nicht selbst ins Mit-tel träte und ihn in seiner vollen Kraft erhielte. Auch istdas Wesen Gottes zu hoch und herrlich, als daß die Sterb-lichen diese Würmer im Staube sich dazu erheben könnten.Ich gebe also zwar dem Gcmeinspruch zu, Gott sey dasObject des Glaubens, finde aber einen Zusatz nöthig, weilChristus nicht umsonst das Ebenbild des unsichtbaren Got-tes genannt wird^), sondern diese Ehrenbenennung soll uns
1) Matth. 2t, S. 2) Joh. 14, 1. Z) Cot. 1, t5.