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2. Dem alten Volke zeigte sich Gott also niemals gnä-dig noch hieß er sie Gnade hoffen ohne den Mittler. Ichsage nichts von den im Gesetz verordneten Opfern, welchees den Gläubigen kund thaten, daß nur in der von Christovollbrachten Versöhnung das Heil zu suchen sey, und er-wähne nur, daß der glückliche und gesegnete Zustand derGemeinde des Herrn sich immer auf die Person Christi grün-dete. Denn wiewohl Gott in seinen Bund Abrahams ge-summte Nachkommenschaft einschloß: so ist doch, wie Pau-lus bedächtig bemerkt I, nur Christus der Saame, in wel-chem alle Völker gesegnet werden sollten, da wir wissen,daß nicht alle, die von Abraham abstammen, unter jenemSaamcn zu verstehen sind. Von dem Jsmael und andernzu schweigen, wie kam es, daß von Jsaaks beiden Söhnen,den Zwillingsbrüdern Csau und Jakob, als sie noch imMutterleibe waren, der Eine erwählt und der andere ver-worfen wurde? Ja, daß die Verwerfung den Erstgebor-nen und den Jüngern die Erwahlung traf? Ferner, wo-her kam es, daß der größere Theil verstoßen wurde? Of-fenbar also nur in Einem war Abrahams Saame begriffen,und die Verheißung des Heils konnte allein durch Christumin Erfüllung gehen, dessen Amt es ist, das Zerstreute zusammeln. Die Kindschaft des erwählten Volks hing daherursprünglich von der Gnade des Mittlers ab. Das sagtMoses zwar nicht mit ganz deutlichen Worten; aber esmußte doch allen Frommen allgemein bekannt seyn. Dennehe ein König in dem Volke erwählt war, sagt schon Han-na, die Mutter Samuel's, indem sie von der Glückseligkeitder Frommen redet, in ihrem Lobgesange-): „Gott wirdMacht geben seinem Könige, und erhöhen dasHorn feines Gesalbten," und verstehet darunter,Gott würde seine Gemeine segnen. Dem entspricht die kurzdarauf erwähnte Verheißung: „ich will einen Priestererwecken, der vor meinem Gesalbten immerdar
1) Gal. 3, 16. 2) 1 SaM. 2, 10. ki«.