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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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was folgt daraus? Sicherlich wird es bei uns den allge-mein in den Schulen angenommenen Ausspruch Augustin'snicht wankend machen:der Mensch habe nach dem Sün-denfallc die Gnadengüter verloren, von denen die Seligkeitabhängt; die Naturgaben aber seyen verderbt und beflecktworden." Ich halte mich also an folgende umumstößlicheWahrheit: die Seele des Menschen ist so von Gottes Ge-rechtigkeit entfremdet, daß sie nichts anderes wollen, be-schließen und thun kann, als was gottlos, verrucht, ab-scheulich, unrein und böse ist; das Herz ist so mit dem Gifteder Sünde durch und durch getränkt, daß es nur vcrwcß-lichcn Gestank ausathmen kann. Wird auch zuweilen einSchein des Guten sichtbar, so bleibt doch die Seele mitHeuchelei und Trug umhüllet und der innere Mensch liegtin den Fesseln der Sünde und des Verderbens.

Kapitel VI.

Der verderbte Mensch muß die Erlösung in Christo suchen.

1. Da in Adams Person das ganze menschliche Ge-schlecht ins Verderben gerathen ist: so würde die erwähnteursprüngliche Vortrefflichkeit und Würde desselben nur dazudienen, unsere große Schande zu offenbaren, wenn nichtGott, der die sündigen und verderbten Menschen nicht fürsein Schöpfungswerk anerkennt, in der Person seines ein-gcbornen Sohnes als der Erlöser erschiene. Es würde unsalso, die wir aus dem Leben in den Tod verfallen sind,die bloße Erkenntniß Gottes des Schöpfers wenig nützen,wenn nicht auch der Glauben hinzukäme, der uns Gott inChristo als unsern Vater darstellt. Ursprünglich sollte zwardas Wcltgebäude für uns eine Schule der Frömmigkeit und