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dieses Wanderers als ein Bild von dem Elende des Men-schengeschlechts. Daraus folgern nun unsere Gegner, derMensch sey durch die Herrschaft der Sünde und des Teu-fels nicht dergestalt beraubt und entblößt, daß nicht nocheinig's von den ursprünglichen Gütern in ihm zurückgeblie-ben wäre, weil es heißt: sie ließen ihn halb todt liegen.Denn wo wäre, sagen sie, dies halbe Leben, wenn nichtein Theil gesunder Vernunft und guten Willens ihm ver-blieben wäre? Aber was wollen sie einwenden, wenn ichdie allegorische Erklärung hier für unpassend halte? Dennes leidet keinen Zweifel, daß die Väter den eigentlichenSinn der Rede des Herrn hier verfehlt haben. Allegoriendürfen nicht weiter ausgedehnt werden, als die Worte derSchrift es zulassen, und am allerwenigsten lassen sich ausihnen Lehrsätze begründen. Außerdem fehlt es auch nichtan andern Gründen, um ihre Behauptung umzustoßen.Denn nicht nur kein halbes Leben gesteht das Wort Gottesdem Menschen zu, sondern lehret dessen völligen Untergangin Hinsicht auf die Seligkeit. Nicht Halbtodte, sagt Pau-lus H, seyen geheilt, wenn er von unserer Erlösung redet;sondern, da wir todt waren, seyen wir auferwccket. NichtHalbtodte ladet er zur Gnadenerleuchtnng durch Christumein, sondern die da entschlafen und begraben sind. Ebenso der Herr selbst, wenn crsagt^), „die Stunde sey da, wodie Todten auf seine Stimme erstehen würden." Wie wol-len sie solchen klaren Aussprüchen ihre leichte Anspielungentgegen stellen? Aber hätte auch diese Allegorie volle Be-weiskraft , so würden sie doch kein anderes Geständniß vonuns erhalten, als: der Mensch ist halbtodt, hat also nochetwas Leben in sich, nämlich eine der Erkenntniß fähigeSeele, obwohl er in die himmlische und göttliche Weisheitnicht einzudringen vermag ; er hat einiges Gefühl für Rechtund Unrecht; er hat eine Ahnung von Gott, wiewohl ernicht zur wahren Gottcserkcuntniß gelangen kann. Aber
1) Sphes, 2, 5. 5, 14. 2), Joh. 5, 25-.