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schw eng liehen Barmherzigkeit." Fürwahr diejenigen,welche aus der Behauptung des Paulus: es liege nicht anjemandes'Wollen oder Laufen, den Schluß ziehen, daß erdem Menschen ein Wollen und Thun zuschreiben würde,dagegen kcinesweges dem Schlüsse Folgerichtigkeit zugeste-hen: wir hätten gute Werke gethan, weil Paulus vernei-net, daß wir um der Werke willen, die wir gethan haben,der Gnade Gottes theilhaftig geworden wären. Wenn sieaber diese Argumentation für folgewidrig erklären, so mö-gen sie die Augen öffnen, und die Falschheit der ihrigenebenfalls erkennen. Wohlbegrüudct ist auch das ArgumentAugustin'sH: „wenn es deßhalb bei dem Apostel heiße, daßes nicht an jemandes Wollen oder Laufen liege, weil beidesnicht zureichend sey, so könne auch umgekehrt behauptetwerden, es liege nicht an Gottes Erbarmen, weil diesesnicht allein wirksam sey." Da dies letztere abgeschmackt ist,so folgert Augustin ganz richtig: der Apostel sage diesesdeßhalb, weil der Mensch keinen guten Willen habe, wennihn der Herr nicht giebt; nicht, als brauchten wir garnichtzu wollen und zu laufen; sondern weil Gott beides in unswirkt. Eben so ungeschickt verdrehen Einige den AusspruchPanli^): ,,Wir sind Gottes Mitarbeiter," der of-fenbar blos auf die Diener des Herrn beschränkt werdenmuß. Mitarbeiter heißen sie nicht darum, als ob sie aussich selbst etwas herzubrächten, sondern weil Gott sich ihrerbedient, nachdem er sie tüchtig gemacht und mit den nöthi-gen Gaben ausgerüstet hat.
18. Ferner führen sie das Buch Sirach an, dcßW An-sehen bekanntlich sehr zweifelhaft ist. Jedoch, ohne dieseszu verwerfen, wie wir es füglich könnten, wollen wir ver-nehmen, was es zur Vertheidigung des freien Willens ent-hält. Es sagt 2): „dem Menschen sey sogleich mitseiner Geburt die Wahl überlassen; es seyenihm Gebote gegeben, durch deren Beobachtung
1) xPl-r, 107. all Vn.llsm, 2) 1 Cor. 3, Z. 3) C» 13, 14 — 17.