den Geboten so wie aus den Drohungen wider die Ucbcr-treter des Gesetzes beizubringen pflegen. Schmählich wer-den die Juden in den Psalmen H geschildert, als ein abtrün-niges Geschlecht, dessen Herz nicht fest war, und in einemandern Psalme ermahnt der Prophet seine Zeitgenossen^):„ihre Herzen nicht zu verstorben," weil nämlich aller Unge-horsam aus der Verdorbenheit der Menschen hervorgeht;aber mit Unrecht folgert man daraus, daß sich das Herz' frei zum Guten und Bösen lenken könne, was allein vonGott abhängt. So sagt derselbe^), „ich neige meinHerz, deine Gebote zu halten," nämlich weil er sichwillig und freudig an Gott hingegeben hatte; aber er schreibtdiese Hinneigung seines Herzens nicht sich selbst zu, sondernnennt sie in demselben Psalme eine Gabe Gottes. Wir müs-sen uns also an das Wort des Paulus halten, der dieGläubiger erwähnt^): „schaffet, daß ihr selig wer-det, mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es,der das Wollen und Vollbringen wirket." Erermuntert hier zwar zur Thätigkeit, damit sie der Träg-heit des Fleisches nicht Raum geben; aber indem er Furchtund Zittern ihnen gebietet, demüthigt er sie dergestalt, daßsie das, was sie thun sollen, nothwendig für Gottes Werkansehen müssen. Er erklart also, daß die Gläubigen, so zureden, sich leidend verhalten, indem die Kraft zum Han-deln von oben herab komme, so daß sie sich durchaus nichtszueignen können. Wenn daher Petrus uns ermuntert ^):„in dem G laub en Tugend da rz u r eich en:" so schreibter uns nicht etwa eine besondere Wirksamkeit nach und mitGott zugleich zu, sondern will nur aus der Trägheit desFleisches aufregen, wodurch oft selbst der Glauben ersticktwird. Dieselbe Beziehung hat der Paulinische Ausspruckss):„dämpfet den Geist nicht," da allmählig die Trägheitselbst die Gläubigen beschleicht, wenn sie nicht zurückgeht
1) Ps. 78, 8. 2) Ps. 95, 8. 3) Ps. 119, 112- 36. 4) Phil. 2, <2.13. S) A Pctr. 1, 5. 6) 1 Thess. S, 19.