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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
335
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Recht vor, daß ihre Verkehrtheit die Ursache sey, warumsie seiner Gnade nicht theilhaftig werden. So mögen sieantworten, ob sie ableugnen können, daß ihr Ungehorsamin ihrem bösen Willen seinen Grund habe! Wenn sie nundie Quelle des Elends in sich finden, was suchen sie nachäußerlichen Ursachen, um nur nicht selbst als die Urheberihres Verderbens zu erscheinen? Werden aber Sünder durchihre eigene und nicht durch fremde Schuld der WohlthatenGottes beraubt und seinem Strafgericht preisgegeben, sosind wichtige Ursachen zu solchen Vorwürfen vorhanden.Wenn sie nämlich in ihren Lastern beharren, so sollen sieim Unglück mehr ihre Verworfenheit anklagen und verab-scheuen lernen, als Gott der Ungerechtigkeit und Härte be-schuldigen, und, wenn sie noch einigermaßen lenksam sind,der Sünden, durch welche sie sich ins Unheil gestürzt sehen,überdrüßig werden, auf die rechte Bahn zurückkehren, unddas selbst ernstlich eingestchen, was der Herr an ihnen ta-delt. Welchen Nutzen jene aus den Propheten angeführtenDrohungen bei den Frommen gehabt .haben, erhellet ausdem merkwürdigen Gebete des Daniel im neunten Kapitel;aber welche Anwendung die Gottlosen von denselben machensollen, davon haben wir an den Juden ein Beispiel, denenZeremias die Ursache ihres Elends verkündigen muß, jedochohne andern Erfolg, als welchen der Herr vorhergcsagthatte.Sage ihnen dies alles, und sie werdendich doch nicht hören; rufe ihnenzu, undsie wer-den dir nicht antworten/") Warum den Tauben dieseGesänge? Damit sie auch wider ihren Willen die Wahr-heit dessen erkennen sollten, was sie hörten: daß es nämlicheine Gotteslästerung sey, Gott als den Urheber ihres Un-glücks anzusehen, das sie selbst verschuldet hatten. Diesewenigen Bemerkungen mögen genügen, die Menge von Be-weisen zu entkräften, welche die Feinde der göttlichen Gnade,um das Schattenbild des freien Willens aufzurichten, aus

t) J-r. 7, 27.