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Güte von unserm Wollen abhängig mache, und dieses dochnicht in unserer Macht stehe. Es sey eine gar besondere Freige-bigkeit von Seiten Gottes, sagen sie, wenn er uns seine Wohl-thaten anbiete, ohne daß wir sie genießen können, und eineseltsame Gewißheit seiner Verheißungen, wenn sie, um nie-mals in Erfüllung zu gehen, von etwas Unmöglichem ab-hängen. Von dergleichen Verheißungen wird an einem an-dern Orte die Rede seyn, und gezeigt werden, daß in derUnmöglichkeit ihrer Erfüllung nichts Ungereimtes liege. Indem vorliegenden Falle leugne ich, daß Gott seinen Spottmit uns habe, indem er uns bei unserm gänzlichen Unver-mögen einladet, seine Wohltaten zu verdienen. Denn dieseVerheißungen haben auf die Gläubigen eine ganz andereBeziehung als auf die Ungläubigen. Wie Gott durch seineGebote das Gewissen der Gottlosen aufschreckt, damit ihnenin der Sünde nicht gar zu wohl sey, ohne seines Gerichtseingedenk zu werden: so bezeugt er ihnen gewißermaßcn inseinen Verheißungen, wie unwürdig sie seiner Güte sind.Und wer sollte es unrecht finden, daß der Herr seine Ver-ehrer belohnt, die Verächter seines Namens aber mit allerStrenge straft? Also ganz nach Recht und Billigkeit han-delt Gott, wenn er den gottlosen, in den Fesseln der Sün-de liegenden Menschen die Theilnahme an seinen Wohltha-ten nur dann verspricht, wenn sie von ihrem bösen Wesenablassen; deßhalb schon, damit sie erkennen, daß sie mitRecht von dem Genusse der Güter ausgeschlossen werden,welche den wahrhaftigen Gottesverehrern zukommen. Daer endlich auf vielfältige Weise die Gläubigen erweckt, seineGnade zu erflehen: so wird es keineswegs unpassend seyn,wenn er sich da, wo er durch seine Gebote so segensreichzu unserm Heile wirkt, auch der Verheißungen bedient.Ueber Gottes Willen in seinen Geboten unterwiesen, geden-ken wir unseres Elends, die wir von Gott entfremdet sind,und fühlen zugleich einen Antrieb, seinen Geist anzurufen,daß er auf die rechte Bahn uns leite. Weil aber Geboteunsere Trägheit zu wenig anspornen, so sind ihnen Verheis-