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Gott erweisen wolle; wie er durch Leiden zuweilen sein Miß-fallen zu erkennen giebt. Weil nun das Volk, durch aller-lei Jammer und Elend heimgesucht, klagt, Gott habe sichvon ihnen gewandt: so antwortete er, daß sein Segen nichtfehlen solle, wenn sie auf den rechten Weg und zu ihm,dem Urbilde aller Gerechtigkeit, zurückkehrten. Diese Stellewird also sehr verdreht, wenn man daraus Gottes undder Menschen gleiche Theilnahme an dem Werke der Bekeh-rung folgert. Was hier nur ganz kurz berührt ist, wirdin der Abhandlung vom Gesetzes weiter ausgeführt wer-den, wohin die Untersuchung eigentlich gehört.
10. Die zweite Klasse von Schriftbeweisen zur Ver-theidigung des freien Willens steht mit der vorigen in ge-nauer Verbindung. Man führt nämlich die Verheissun-gcn an, und schließt aus ihnen auf einen Vertrag zwischenGott und unserm Willen, z. B.^) „Suchet das Guteund nicht das Böse, auf daß ihr leben möget. —Wollet ihr mir gehorchen, so sollet ihr des Lau,des Gut genießen; weigert ihr euch aber, undseyd ungehorsam, so sollt ihr vom Schwerstevertilget werden: denn der Mund des Herrnsagt es. — Willst du deine Greuel wegthun vonmeinem Angesicht, so sollst du nicht vertriebenwerden. — Wenn du der Stimme des Herrn d e i-nes Gottes gehorchen wirst, daß du haltest undthust alle seine Gebote, so wird dich der Herrerheben über alle Völker der Erde" — und anderedergleichen Stellen. Sie meinen, Gott spotte unser, wenner die in seinen Verheißungen uns angebotenen Wohlthatenvon unserm Willen abhängig mache, ohne daß wir es ver-mögen, dieselben uns anzueignen oder zu verwerfen. Da-bei wissen sie die Sache mit redseligen Klagen zu weitern:Gott spotte unser auf eine grausame Weise, wenn er seine
1) Kapitel 7 und K. Abschnitt 2 und 3. 2) Amos S, 14. Jesa. 1, 13.20. Ä-r. 4, 1. 5 Mos. 23, 1. vergl. Z Mos. 26, 3.