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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
331
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arme Christen redet, zur Wohlthätigkeit, dankt aber dabeiGott, daß er den Titus zur eifrigen Besorgung seines Auf-trags geneigt gemacht habe. Konnte aber Titus ohne Got-tes Eingebung nicht einmal das Werk seines Mundes zurErmahnung Anderer vollbringen, wie würden denn jenezum Handeln willig gewesen seyn, hätte Gott nicht ihreHerzen geleitet?

9. Alle diese Zeugnisse der Schrift werden von ihnenlistiger Weise für unzulänglich erklärt, weil dabei die Be-hauptung unangefochten bleibe, daß wir das Unsrige thun,und Gott unsere schwachen Bestrebungen nur unterstütze.Sie führen auch aus den Propheten solche Stellen an, wel-che das Werk unserer Bekehrung zwischen Gott und uns zutheilen scheinen, z.B/):Kehret euch zu mir, so willich mich zu euch kehren." Welchen Beistand Gott unsleiste, ist bereits ^) angemerkt, und braucht hier nicht wie-derholt zu werden. Dies Eine nur, daß man zur Erfül-lung des Gesetzes vergeblich das Vermögen deßhalb beiuns suche, weil der Herr uns den Gehorsam gegen dasselbegebiete, werde mir zugestanden, da offenbar zur Beobach-tung aller Gebote Gottes seine Gnade nöthig und uns ver-heißen ist; woraus erhellet, es werde von uns mehr gefor-dert, als wir zu leisten im Stande sind. Denn durch keinGeschwätz kann der Ausfpruch des Jcremias (Cap. 31,32.33.)entkräftet werden: der Bund, den Gott mit dem alten Vol-ke geschlossen habe, sey vergeblich gewesen, weil er blos inBuchstaben gestcllet war; er trete aber dann erst in Wirk-samkeit, wenn der Geist hinzukomme, der die Herzen zumGehorsam willig macht. Ihre irrige Meinung begünstigtauch nicht einmal jener Ausspruch:Kehret euch zu mir,so will ich mich zu euch kehren," denn hier ist unterdiesem Ausdruck nicht zu verstehen eine Erneuerung desHerzens zur Buße, sondern daß er durch Schickung glück-licher Zeiten sich als einen wohlwollenden und gnädigen

t) Aach. t, 3. 2) Abschnitt 7 und g.