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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
324
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Ergreifung und Gnade" schreiben mußte, in welchem er sieweitläufig widerlegt, und seine Gegner unter andern kürz-lich also anredet:O Mensch, ans dem Unterricht erkenne,was du thun sollst, aus der Bestrafung erkenne, daß dudurch deine Schuld nicht hast, was du haben solltest; imGebete erkenne, woher du empfangen mögest, was du zuhaben wünschest." Fast gleiches Inhalts ist seine Schriftvon dem Geiste und Buchstaben," wo er sagt:Gott ha-be seine Gebote nicht nach den menschlichen Kräften abge-messen, sondern nachdem er geboten, was recht ist, verleibeer seinen Auserwählten aus Gnaden die Kraft zur Erfül-lung." Doch der Streit ist bald zu schlichten: denn wir ste-hen i cht allein, sondern Christus und alle Apostel kämpfenmit und für uns. So mögen sie zusehen, wie sie mit sol-chen Gegnern fertig werden. Tadelt Christus, wenn er sagt,ohne ihn können wir nichts thun, etwa diejenigen weniger,welche außer ihm böses thun? Ermuntert er deßhalb we-niger jeden, sich guter Werke zu befleißigen? Wie sehr ei-fert Paulus nicht gegen die Corinthcr wegen ihrer Lieblo-sigkeit, und bittet doch dabei von dem Herrn, ihnen dieLiebe ins Herz zu senken! In dem Briefe an die Römersagt erH:es liege nicht an jemandes Wollenoder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen,"und doch hört er nicht auf, sie fortan zu ermuntern, zuermähnen und zu tadeln. Warum fallen sie dem Herrn nichtin das Wort, daß er sie nicht täusche, indem er von denMenschen vergeblich fordere, wozu er allein das Vermögengeben könne, und sie ihrer Vergehungen wegen tadele, dievon dem Mangel an seiner Gnade herrühren? Warum er-innern sie nicht den Apostel, derer zu schonen, die wederwollen noch laufen können, ohne Gottes Barmherzigkeit,die sie verlassen hat? Als wenn der Herr zu solcher Be-lehrung nicht genügende Ursach hätte, die sich auch jedemoffenbart, der gläubig danach forscht. Wie wirksam Un-

1) Rom. 9, 16.