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3. Zu einer dritten Einwendung gebraucht man die Wor-te des Chrysostomus ch: „wenn es nicht von unseremfreien Willen abhängt, Gutes oder Böses zuwählen, so müssen nothwendig alle Menschengut oder böse seyn." Fast eben so denkt der Verfasserdes Buchs „von der Berufung der Heiden," welches demAmbrosius zugeschrieben wird: Niemand würde vom Glau-ben gewichen seyn, wenn Gott uns nicht die Veränderlich-keit übrig gelassen hätte. Man muß sich wundern, wie sol-che Männer so weit sich haben vergessen können. Chryso-stomus hätte bedenken sollen, daß die Verschiedenheit unterden Menschen von der Erwählung Gottes abHange. Ich stim-me ohne Bedenken in das Paulinische Bekenntniß eiiG):„wir sind allzumal Sünder;" aber setze auch mitdem Apostel hinzu: „es sey ein Werk der Barmher-zigkeit Gottes, daß nicht alle in der Sündeblei-b en." Von Natur sind wir also alle gebrechlich und krank,aber diejenigen nur genesen, welchen der Herr seine heilen-de Hand zu reichen beliebt hat. Die übrigen alle, welcheer, nach einem gerechten Rathschlusse übergeht, quälen sichmit ihrer Krankheit, bis es zu Ende geht. Darin liegtauch der Grund, daß einige bis ans Ende ausharren, an-dere gleich anfangs straucheln. Denn selbst die Beharrlich-keit ist ein Geschenk Gottes, das er nicht allen zukommenläßt; sondern welchen er will. Die beharrliche AusdauerEiniger und das Wanken Anderer ist nur daraus zu erklä-ren , baß der Herr jene mit seiner Kraft stärkt und erhält,damit sie nicht verloren gehen, diesen aber, damit sie Erem-pel der Unbeständigkeit seyen, seinen Beistand versagt.
4. Viertens cntgegnet man: „vergeblich seyen alle Er-munterungen, unnütz alle Ermahnungen und lächerlich alleVerweise, wenn der sündige Mensch nicht von sich selbstzu gehorchen vermöge. Aehnlichc Einwürfe wurden einstdem Augustin gemacht, weßhalb er sein Buch „von der
1) Uomil. 22. in kZene». 2) Röm. 3, 23. 24,
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