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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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schenkt dir den unverdienten Gnadenlohn. Willstdu keine Gnade haben, so rühme dich deiner Ver-dienste." Ferners:du bist nichts durch dich selbst,Sünden sind dein Eigenthum, die VerdiensteGottes; du verdienst Strafe, und wenn er dirBelohnung zukommen laßt, so krönt crnichtdei-ne Verdienste, sondern seine Gaben." So schreibter auch°): die Gnade komme nicht aus dem Verdienste, son-dern dieses aus der Gnade; und schließt bald darauf,Gott komme mit seinen Gaben allem Verdienste zuvor, umaus jenen alles Verdienst abzuleiten, und schenke, da ernichts Verdienstliches finde, umsonst die Mittel des Heils."Doch wozu bedürfte es noch mehrerer solcher Aussprüche,die in seinen Schriften häufig anzutreffen sind? Noch besserwird der Apostel sie ihres Irrthums überführen, wenn siehören, woher er die Verherrlichung der Heiligen ableitet.Welche derHerr erwählt hat, die hat er auch be-rufen; welche er aber berufen hat, die hat erauch gerechtfertigt; welche er gerechtfertigt hat,die hat er auch verherrlicht."^) Wcßhalb werden al-so, nach des Apostels Zeugniß, die Gläubigen gekrönt?Weil sie durch die Gnade des Herrn, nicht durch ihr Thunerwählt, berufen und gerechtfertigt sind. Es verschwindedarum jene Bedenklichkeit, als ob ohne Freiheit des Wil-lens keine- Vergeltung statt finden könne: denn es ist wahr-lich höchst thöricht, vor dem zu zagen und zu fliehen, wozudie Schrift uns hinführt. Der Apostel sagt-):wenn dualles empfangen hast, was rühmest du dich denn,als der es nicht empfangen hätte?" Offenbar wirdalso unserm Willen deßhalb alles Vermögen abgesprochen,damit kein Verdienst übrig bleibe; aber weil Gott, nach sei-ner überschwänglichen Güte, zu unserm Eigenthum macht,was er aus Gnade uns verleiht, so kaun man auch sagen,daß er unjere Tugenden belohne.

1) Lxlsr. 62. acl iVIsceä. 2) Sermo 16. äs verb. ^xost. Z) Rim.

S, 27 M. vergl. 2 Tim. 4, S. 4) 1 Cor. 4, 7.