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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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so ist der Mensch weder der Strafe noch der Belohnungfähig." Diese aus dem Aristoteles entlehnte Argumenta-tion finden wir auch hei dem Ehrysostomus und Hierony-mus'), besonders aber bei den Pelagiancrn, wie selbst Hic-ronymus nicht verhehlt, und ihre eigenen Worte beifügt:wenn die Gnade Gottes in uns wirkt, so muß sie, nichtaber wir, die wir unthätig sind, belohnt werden." DieStrafen, antworte ich zuerst, werden mit Recht uns auf-erlegt, da die Verschuldung der Sünde von uns ausgeht.Denn welcher Unterschied ist es, ob man mit freiem oderknechtischem Entschlüsse jedoch mit williger Begierde sündi-get; besonders da der Mensch dadurch als Sünder erwie-sen wird, daß er unter der Knechtschaft der Sünde stehe?Der Einwurf die Belohnungen der Gerechtigkeit betreffend,ist eine große Abgeschmacktheit, wenn wir eingesiehen, daßsolche mehr von der Gnade Gottes, als von eigenen Ver-diensten abhängen. Wie oft sagt Augustin,nicht unsereVerdienste kröne Got-t, sondern seine Gaben; aber es heißeBelohnung, nicht weil sie uns für unsere Verdienste gebühre,sondern zu den frühern Gnadenerweisungen noch hinzuge-fügt werde." Scharfsinnig genug bemerken sie, daß keineVerdienste statt finden können, ohne aus freiem Willen her-vorzugehen; aber darin irren sie, wenn sie jenes für wi-dersprechend halten. Denn auch Augustin erklärt unbedenk-lich das für nothwendig, was sie für unmöglich halten,wenn er z. B. sagt^):Was sind die Verdienste derMenschen? Wenn der Herr nicht mit dem ver-dienten Lohne, sondern mit der freien Gnadekommt, so findet er alleSünder, er allein aberist ohne Sünden und Befreier v on Sünden." Ebenso^j:wenn dir nach Gebühr vergolten wird, soverdienst du Strafe. Was geschieht also? Gottlegt dir nicht die verdiente Strafe auf, sondern

1) in exist. Oesixdont. und <Ziül. conN'ü pel^ium.

in 3l. ?5alin. 2) in 70.

Calvins Znst. 1r. Bd. llk