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die Knechtschaft des menschlichen Willens daraus fein undsinnreich zu erweisen, daß auch die größten Könige nichtalles nach Wunsche ausführen können. Aber nicht der äu-ßerliche Erfolg, sondern allein das, was im Innern desMenschen vorgeht, giebt den richtigen Maaßstab zur Schä-tzung des freien Willens. Denn bei Untersuchung der Wil-lensfreiheit ist nicht die Frage, ob ein Mensch, was er be-schlossen habe, aller äußern Hindernisse ungeachtet ausfüh-ren könne, sondern ob er überhaupt einen freien Entschlußnnd Willen habe. Kommt beides dem Menschen zu, so warAttilus Negulus') in seinem engen, mit eisernen Stachelnversehenen Fasse eben so frei, als der Kaiser Angustus, dereinen großen Theil der Welt mit seinem Wink beherrschte.
Kapitel V.
Widerlegung der gewöhnlichen Beweise für die Freiheit des menschlichen
Willens.
1. Es würde überflüßig seyn, über die Dienstbarkeitdes menschlichen Willens noch weiter zu reden, wenn nichteinige Vertheidiger des freien Willens meine Meinung an-feindeten, und sie durch Gegengründe niederzuschlagen such-ten. Zuerst führen sie allerlei abgeschmackte Behauptungenan, um dieselbe als lacherlich und mit der gesunden Ver-nunft nicht verträglich darzustellen, und dann berufen siesich auf die Schrift. Diese ihre Einwürfe sollen jetzt nachder Reihe widerlegt werden. Sie sagen: „ist die SündeNothwendig, so hört sie auf, Sünde zu seyn; hangt sie vomWillen ab, so kann sie vermieden werden." Diesen Angriff
1) Nergl. Lic. äe otl 1. 3. e. 26. Üs kn. Ub. S. c. 27.