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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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den Menschen zuzuschreiben; aber die verschiedene Absichtund Art des Wirkens macht, daß die tadellose GerechtigkeitGottes in Ehren bleibet, und nur die Bosheit des Satansund der Menschen sich zu ihrer eigenen Schande knud thut.

3. Die alten Kirchenlehrer hielt oft eine zu große Be-dcnklichkeit ab, ein offenes Bekenntniß der Wahrheit überdiesen Gegenstand abzulegen: denn sie fürchteten, bei gott-losen Menschen freche Reden über Gottes Werke dadurch zuveranlassen. So sehr ich diese Besonnenheit schätze, so halteich doch dafür, daß durchaus nichts zu besorgen sey, wennman sich an das einfache Wort her Schrift hält. SelbstAugustin war von jener Scheu nicht immer frei, wo erz. B. die Perhärtung und Verblendung nicht auf GottesWirkung, sondern auf seiner Vorhersehung bezogen habentvill. Aber solche Spitzfindigkeit lassen so viele Aussprüchc derSchrift nicht zu, welche deutlich erweisen, daß mehr alsdie Vorhersehung Gottes hier in Betracht komme. Auch Au-gustin behauptet weitläuftig im fünften Buche seiner Schriftgegen den Julian: Gott lasse Sünden nicht nur zu, son-dern wirke sie auch, um frühere Sünden zu strafen. Ebenso gehaltlos ist, was man von der göttlichen Zulassungsagt. Sehr oft heißt es ausdrücklich, Gott verblende undverhärte die Gottlosen, und verwandle, verkehre und ver-stecke ihre Herzen, wie oben") gezeigt ist. Weder aus derVorhersehung noch Zulassung Gottes läßt sich dies erklären.Wir antworten, daß solches auf zweierlei Weise geschehe.Nämlich, wenn sein Acht fehlt, und nichts, als Finsternißuud Blindheit übrig bleibt; wenn, seines Geistes beraubt,unsere Herzen steinhart werden, und ohne seine Leitung auffalsche Wege gerathen; alsdann wird mit Recht gesagt, erverblende, verhärte und verstocke diejenigen, denen er dasVermögen nimmt, zu erkennen, zu gehorchen und recht zuhandeln. Per zweite und her eigentlichen Bedeutung obiger

1) r.i!>, 6« « graus, 2) Siehe Buch 1 Äqp. 18 in

dieser Schrift. .