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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Belohnung leite ich von dem gnädigen Wohlwollen desHerrn ab, und sehr übel angebracht ist die bekannte Unter-scheidung zwischen einer wirkenden und mitwirkendenGnade. Zwar auch Augnstin bediente sich derselben, mil-derte sie aber durch die beigefügte passende Erklärung:Gott-vollendc mitwirkend, was er wirkend anfängt, undes sey einerlei Gnade, erhalte aber den Namen nach derverschiedenen Wirkungsart." Er theilt also nicht zwischenGott nnd uns Menschen, als ob die Anregungen beider sicheinander unterstützten, sondern bezeichnet damit nur dieVervielfältigung der Gnade. In derselben Beziehung sagter auchH:Viele Gaben Gottes gehen dem guten Willendes Menschen voran, und zu diesen gehört er selbst." Dar-nach bleibt also nichts übrig, was er sich aneignen könnte.Das ist auch die ausdrückliche Behauptung des Paulus, dernicht blos sagt,Gott sey es, der da wirke das Wollen undVollbringen," sondern auch beifügt: beides geschehenachseinem Wohlgefallen," mit welchem Worte er die gött-liche Gnade bezeichnet. Auf das Zweite aber, daß man ge-wöhnlich sagt, wir wirkten, wenn wir die erste Gnade beiuns zugelassen hätten, nun zugleich mit der nachfolgendenGnade, erwiedere ich dieses: Versteht man darunter, daßwir, sobald wir durch die Kraft des Herrn zum Diensteder Gerechtigkeit gebracht sind, geneigt werden, dem Gna-denzuge zu folgen, so widerspreche ich nicht. Denn offen-bar ist ein solcher bereitwilliger Gehorsam da anzutreffen,wo die Gnade Gottes regiert. Jedoch woher dies anders,als von dem Geiste Gottes, der überall sich gleich, den an-fangs erzeugten Gehorsam zur beharrlichen Treue stärketnnd kräftigt. Aber wenn sie meinen, daß der Mensch aussich selbst schöpfend zugleich mit der Gnade Gottes wirke,so ist das ein höchst verderblicher Irrthum.

12. Aus Unwissenheit wird hier das Wort des Apostelsverdreht^):ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie alle;

t) üncliivlä. all Dnuremiiim c. 32. 2) z Coe. 15, tll-