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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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thue etwas von dem Ihrigen hinzu. Aber Christus erklartuns ja für dürres Holz, wenn wir von ihm getrennt sind,weil wir alsdann gar kein Vermögen haben, etwas Guteszu thun; was er auch anderswo sagt^):Ein jeglicherBaum, den mein Vater nicht gcpflanzet, wirdausgerottet." Darum legt der Apostel in der bereitsangezogenen Schriftstcllc ihm alles bei:Gott ist es, derin euch wirket das Wollen und Vollbringen."Zu einem guten Werke gehört Beides, erst das Wollen,dann die Kraft, es zu vollbringen, und dieses zusammenwirket Gott. Wir entziehen also Gott das Seinige, wenn wirbei dem Wollen und Vollbringen uns etwas aneignen. Wennes hieße, Gott unterstütze unsern schwachen Willen, so blie-be uns noch etwas übrig; aber da gesagt wird, daß er dasWollen wirke, so wird uns das Vermögen, irgend etwasGutes zu wollen, abgesprochen. Da nun außerdem dergute Wille durch die Lust unseres Fleisches leicht beschweretwird, daß er nicht emporkommen kann, so fügt er hinzu,daß er die Kraft und Standhaftigkeit verleihe, den Kampfzu bestehen, und bis zum wirklichen Vollbringen fortzuse-tzen. Ohne dies hätte wahrlich das apostolische Wort keinenSinn:es sey Ein Gott, der da wirket alles in allen,"was, wie oben gezeigt ist, von dem gesammten geistigenLeben verstanden werden muß. Weßhalb auch David, nach-dem er gebetet hat"):weise mir, Herr, deinenWeg,daß ich wandle in deiner Wahrheit," sogleich hin-zusetzt:erhalte mein Herz bei dem Einigen, daßich deinenNamcn r ch t c;" um anzuzeigen, daß auch dieGutgesinnten bei so viel Zerstreuungen ihre frommen Vorsätzeleicht wieder vergessen, wenn sie nicht darin gestärkt und ge-kräftigt werden. So flehet er auch ^):laß meinen Ganggewiß seyn in deinem Wort," und bittet zugleich umKraft zum Kampfe, wenn er fortfährt:und laß keinUnrecht über mich herrschen." Auf diese Weise

1) Matth. 15, 1Z. 2) Ps. 36, 11. 3) Ps. 119, 133.