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tretung, der er sich schuldig gemacht hatte. Also, als einenvon Gott Entfremdeten sich betrachtend, bittet er um dieGüter, welche Gott seinen Auserwahlten bei ihrer Erneue-rung zutheilt. Gleichsam todt, wünscht er von neuem ge-boren, und aus einem Knechte des Satans ein Werkzeugdes heil. Geistes zu werden. Wahrlich ein seltsames Begehrenunseres Stolzes! Nichts fordert der Herr ernstlicher, alsdie Heiligung des Sabbathtages durch Ruhe von unsernWerken; aber nur Widerwillen werden wir dahin gebracht,mit Aufgabe unserer Werke den Werken Gottes ihren ge-rechten Platz einzuräumen. Wir würden, wenn unsere Al-bernheit es nicht verhinderte, uns durch Ehristi eigenesherrliches Zeugniß überzeugen lassen, daß seine Gnaden-wirkungen uns unentbehrlich sind. Er sagt'): „Ich binder Weinst ock, ihr seyd die Reben und mein Va-ter der Weingärtner. Gleich wie die Nebe keineFrncht bringcn kann v on sich selber, sie bleibedenn am Wcinstock: also auch ihr nicht, ihr bleibtdenn in mir, denn ohne mich könnet ihr nichtsthun." Können wir aber von uns selbst eben so wenigFrüchte bringen, als ein Wcinstock, der aus dem fruchtba-ren Lande gerissen ist: so liegt am Tage, welche Tüchtigkeitwir zum Guten haben. Und unzweideutig ist der Schluß:„ohne mich könnet ihr nichts thun." Er erklaret uns nichtblos für zu schwach, um uns allein zu helfen, sondernspricht uns alles, auch das geringste Vermögen ab. Bringenwir also nur Frucht in der Verbindung mit Christo, wieder Weinstock, dessen Wachsthum im feuchten Schooß derErde, durch den Thau des Himmels und durch die Son-ncnwarme gefördert wird: so bleibt bei dem guten Werkeuns nichts übrig, wenn wir Gott geben, was ihm gebührt.Ein frecher Witz wendet ein, die Rebe habe den Saft schonin sich sammt der Kraft, Früchte zu tragen, und nehmedaher nicht alles aus der Erde oder Stammwurzcl, sondern
1) Vergl. Joh. 15, 1 — 16.