ein Stein in Fleisch, wenn uns Gott zum Guten bekehrt!so wird auch vertilgt, was unserm Willen angehört, undwas an dessen Stelle tritt, ist ganz von Gott. Der Willemeine ich, wird aufgehoben, nicht insofern er Wille ist, in-dem bei der Bekehrung des Menschen dasjenige blcjbt, wasseiner Natur ursprünglich angehört. Auch ist das ncucr-schaffene nicht so zu verstehen, als ob der Wille erst aussen-ge, sondern aus dem bösen Willen wird ein guter. Dies kannaber nur einzig von Gott kommen, da wir, nach dem Zeug-niß des Apostels, nicht einmal tüchtig sind, von uns selberetwas zu denken. Auch sagt er anderswo, nicht , daß Gott ,dem schwachen Willen Hülfe leiste, oder den Bösen verbes-sere, sondern daß er in uns das Wollen wirket. Darauserhellet aber die Richtigkeit meiner Behauptung: was Gu-tes in unserm Willen ist, sey das alleinige Werk der Gna-de; weßhalb der Apostel auch sagtet Gott sey es, der dawirket alles in allen. Diese Worte beziehen sich nicht aufdie allgemeine Weltregicrung, sondern auf alles das Gute,was die Gläubigen besitzen, und wofür der Apostel Gott »allein die Ehre giebt. Sagt er aber, Gott wirke alles, soerklärt er Gott für dem alleinigen Urheber des geistigen Le-bens, was er mit andern Worten auch so ausdrückt^:„aus Gott seyen sie Gläubige in Christo," womit er offen-bar die neue Schöpfung meint, durch welche vertilgt wird,was unserer gemeinsamen Natur angehört. Denn man mußden Gegensatz zwischen Adam und Christus berücksichtigen,welchen er anderswo noch mehr heraushebt, wenn er sagG):„wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu gutenWerken, zu welchen uns Gott zuvor bereitet hat, daß wirdarinnen wandeln sollen." Auf solche Art will er beweisen, Idaß unser Heil ein Gnadengeschenk sey, weil alles Gutemit der zweiten Schöpfung beginnt, welche in Christo anuns geschieht. Vermöchten wir aber das Geringste von unsselbst, so würde uns ein Theil des Verdienstes gebühren;
1) 1 Cor. 12, 6. 2) Ephes. t, 1. 3), Ephes. 2, 10