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aber um uns gänzlich zu entleeren, spricht der Apostel unsalles Verdienst ab, weil wir in Christo Jesu geschaffen sindzu guten Werken, zn welchen Gott uns zuvor bereitet hat,"mit welchen Worten er wiederum die guten Werke, in allenihren Theilen, von der ersten Anregung an, als GottesEigenthum bezeichnet. So sagt auch der Prophet in demPsalms, Gott habe uns gemacht, damit wir ja nicht zwi-schen ihm und uns theilen, und setzt sogleich hinzu: „undnicht wir selbst." Offenbar redet er aber hier von derWiedergeburt, welche der Anfang des geistigen Lebens ist,wie aus dem Zusammenhange erhellet, da er fortfahrt:„wir sind sein Volk und Schaafc seiner Weide." Ihm ge-nügt also nicht, wegen unsres Heils Gott die Ehre zu ge-ben, sondern er schließt uns auch von aller Theilnahme da-rin aus; gleichsam als wollte er sagen, daß dem Menschenauch nicht das Geringste übrig bleibe, dessen er sich rühmenkönne, weil alles von Gott ist.
7. Vielleicht werden einige die Behauptung, daß derWille, ist seinem eigenen Wesen dem Guten entfremdet, al-lein durch Gottes Kraft umgewandelt werde, nur insofernzulassen, daß derselbe, wenn er zur Annahme der Gnadezubereitet ist, dann auch sein Theil im Handeln habe; gleichwie Augustin sagt"): „die Gnade gehe jedem guten Werkevorher, und der Wille begleite, nicht aber leite, folge, abergehe nicht voraus;" welchen schönen Ausspruch des from-men Mannes Petrus Lombardus^) verkehrter Weise hieraufmißdeutet. Aber nach meiner Meinung bestätigen die ange-führten Worten des Propheten und andere Schriftstcllcn zwei-erlei: der Herr verbessert oder vertilgt vielmehr unsern ver-derbten Willen, und verleihet einen guten. Insofern dieGnade dem Willen vorhergeht, mag man ihn immerhin dennachfolgenden nennen; aber weil seine Verbesserung einWerk des Herrn ist, so gesteht man irriger Weise dem
l) Ps. 100, Z. 2) tZjsssc. 1UL. - ist LontUiciiim, L) Leinenr, ltb. 2.cüsl. W.