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dcr sie fragt: ist Gott nicht nothwendig gut und der Teu-fel nothwendig böse? Denn die Heiligkeit Gottes steht inso genauer Verbindung mit seiner Gottheit, daß sein Da-seyn und seine Heiligkeit gleich nothwendig sind; dcr Teu-fel aber ist dergestalt durch seinen Fall dem Guten entfrem-det, daß er nur Böses thun kann. Sollte irgend ein Spöt-ter hier entgegnen, daß Gott wenig Lob gebühre wegenseiner Heiligkeit, da er zu ihrer Bewahrung gezwungen sey:so kann man ihm augenblicklich antworten, daß nur seineunendliche Heiligkeit, nicht eine gewaltsame Einwirkung vonaußen her ihn verhindere. Böses zu thun. Also wenn derfreie Wille Gottes dadurch nicht aufgehoben wird, daß ernothwendig das Gute lieben und thun muß; und wenn dcrTeufel, der nur böse handeln kann, doch mit seinem Wil-len sündigt: wer wir denn behaupten, daß der Mensch deß-halb weniger mit Willen sündige, weil er der Nothwendig-keit zu sündigen unterworfen ist? Von dieser Nothwendig-keit spricht Augustinns oft, dcr auch dann nicht einmal, alsdcr bittere Hohn des Cöleftius ihn traf, Bedenken trug,folgendes zu behaupten'): „durch die Freiheit ist der Menschein Sünder geworden; aber die erfolgte strafbare Sünd-haftigkeit verwandelte die Freiheit in Nothwendigkeit." Undso oft er diesen Gegenstand berührt, spricht er unbedenklichauf dieselbe Weise von der nothwendigen Knechtschaft dcrSündech) Man bemerke also folgende Unterscheidung: derMensch, seit er durch den Fall verderbt ist, sündigt mitWillen, nicht wider Willen, noch gezwungen; nach einerüberwiegenden Neigung des Herzens, nicht aber durch ge-waltsamen Zwang seiner Lust, noch durch einen äußernZwang; aber wegen der Verdorbenheit seiner Natur kanner nur zum Bösen geleitet werden. Ist es aber gegründet,so ist es deutlich genug ausgesprochen, wie der Mensch derNothwendigkeit zu sündigen unterworfen ist. Bernbardus,
1) lUl>, <Ie xcnkertlon« ft>5liüae, 2) ll-ill. cle -i^inr." et Ai'-tin undin andern Schriften.