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dabei, daß die Menschen nicht blos durch böse Gewohnheitso beschaffen sind, wie sie hier beschrieben werden, sonderndurch ihr völlig verderbtes Wesen, weil sonst des ApostelsSchlußfolge ihre Kraft verliert: es gebe für den Menschen,da er in sich ganz verderbt nnd sündig sey, nirgend andersHeil, als in Gottes Erbarmung. Die schickliche Anwen-dung der angezogenen Zeugnisse bemühe ich mich nicht, de-nen zu beweisen, welche sie etwa unstatthaft finden mögtcn,sondern verfahre, als seyen es Pauli eigene, nicht abervon den Propheten entlehnte Worte. Zuerst spricht er demMenschen Gerechtigkeit ab, d. i. die Unschuld und Rein-heit, sodann die richtige Erkenntniß; und zwar leitet erden Mangel der Erkenntniß von dem Abfall von Gott ab,welchen zu suchen der Weisheit Anfang ist. Dies aber müßtenothwendig allen begegnen, die von Gott abfielen. Er setzthinzu, daß alle abgewichen und sündig geworden sind, es seyKeiner, der Gutes thue; und zählt dann einzelne Laster auf,mit denen sich diejenigen beflecken, die einmal an die Sündesich hingegeben haben. Zuletzt spricht er ihnen die FurchtGottes ab, nach dessen Gesetze wir unsern Wandel hatteneinrichten sollen. Wenn dies aber die Erbgüter des Men-schengeschlechts sind, so wird man vergeblich nach etwasGutem in unserer Natur suchen. Zwar will ich nicht sage»,daß dergleichen Schändlichkeiten zugleich bei allen Menschensichtbar werden; aber abzuleugnen ist doch nicht, daß dieseSchlange in Aller Busen heimlich wohne. Denn so wiedem Körper, der schon den Keim zu einer Krankheit in sichträgt, auch wenn er noch von keinen Schmerzen geplagtwird, nicht gesund heißen kann: eben so wenig wird mandie Seele, welche vom Gift der Sünde durchdrungen ist,und den Stoff zu solchen Lasterthaten in sich verschließt, ge-sund nennen. Jedoch paßt dieses Gleichniß nicht in allenStücken. Denn in einem noch so kranken Körper ist nocheinige Lebenskraft übrig, die Seele aber, in jenen verderb-lichen Strudel versunken, siechet nicht blos an Gebrechen,sondern ist alles Guten gänzlich beraubt.